Archiv 2004
Was wussten die Neanderthaler?

Mittwoch, 05.03.2008, 00:03 Uhr

Münster. Die drei Gesichter sehen sich nicht sehr ähnlich. Der Herr ganz rechts, ein Exemplar der Spezies Homo Australopithecus Africanus, ähnelt eher einem Schimpansen aus dem Allwetterzoo. Die Dame in der Mitte – ein Homo ergaster – sieht gelinde gesagt urtümlich aus. Bei dem Herrn, der sich in die Reihe der Ahnen gestellt hat, handelt es sich Dr. Markus Bertling .

Er ist, wie alle Menschen der Gegenwart, ein Homo sapiens. Dazu noch einer, der sich mit Urmenschen und der Erdgeschichte gut auskennt. Darüber hält der Paläontologe von der Universität am Freitag (17. Dezember) um 16.15 Uhr im Hörsaal H 1 am Hindenburgplatz die nächste Vorlesung der Kinderuni Münster.

Bertling ist als Homo sapiens Nachfahre der beiden Nachbarn, die vor 3,0 bis 2,2 Millionen Jahren beziehungsweise 1,8 bis 1,4 Millionen Jahren in Afrika lebten. Der Homo sapiens bevölkert die Welt erst seit rund 150 000 Jahren. Und er verdrängte langsam die Neanderthaler, die vorher in ganz Europa, Nordafrika und Teilen Asiens lebten. Vom Blickpunkt des Menschen der Gegenwart stammt der ausgestorbene Neanderthaler genauso aus Urzeiten wie die Dinosaurier, die es ja auch seit unvorstellbar langer Zeit nicht mehr gibt. „Was wusste der Neanderthaler vom Dinosaurier?“ fragt Markus Bertling im Titel seiner Vorlesung, in der Kinder ab acht Jahren eine Vorstellung von der 4,6 Milliarden Jahre alten Geschichte der Erde bekommen sollen.

Um Dinosaurier zu kennen, hätten auch die Neanderthaler schon Paläontologen wie Markus Bertling und seine Kollegen sein müssen. Denn die Dinos waren schon fast 65 Millionen Jahre ausgestorben, als die ersten Neanderthaler ihre Faustkeile zurechtschlugen. Von den Dinosauriern weiß der heutige Mensch, weil es versteinerte Reste von ihnen gibt. Zum Beispiel vom Pflanzen fressenden „Iguanodon“, der vor rund 100 Millionen Jahren in Westfalen zu Hause war. Seine Fossilien, die im sauerländischen Brilon gefunden wurden, sind wie viele andere interessante Fundstücke im Geologisch-Paläontologischen Museum an der Pferdegasse 3 zu sehen, dessen Leiter Bertling ist.

Wer nach der Vorlesung, für die keine Anmeldung erforderlich ist, noch mehr über die Geschichte der Erde und des Lebens erfahren möchte, kann sich dort umsehen. Erwachsene Begleiter sind bei der Kinderuni willkommen, werden aber gebeten, bei Bedarf die Sitzplätze den Kindern zu überlassen. Die Vorlesung wird in die angrenzenden Säle per Video übertragen. http://osc.westline.de/wn

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