Vorbericht
Warum Schokolade so lecker ist

Mittwoch, 05.03.2008, 00:03 Uhr

Münster . Dr. Ralf Demmel macht gar kein Geheimnis daraus: Der Psychologe an der Universität Münster mag Schokolade . Sogar sehr. Wenn er am Freitag (12. November) um 16.15 Uhr im großen Hörsaal die nächste Vorlesung der Kinderuni zum Thema „Hmmh Schokolade! Warum können wir nicht genug davon kriegen?“ hält, weiß der Wissenschaftler ganz genau, wovon er spricht. Der Privatdozent ist Experte für Süchte, beschäftigt sich mit Problemen, wenn Menschen nicht die Finger von Zigaretten , vom Alkohol oder Rauschgift lassen können.

In einem Punkt kann Demmel die Schokoladen-Liebhaber beruhigen: Die Süßigkeit gehöre nicht zu den Stoffen, die im strengen Sinn süchtig machten, sagt er, und schränkt aber gleich ein: „Es gibt wohl kaum ein Lebensmittel, das einen solchen Heißhunger, ein solches Verlangen auslöst wie Schokolade.“

Erst mal schmeckt Schokolade gut, erläutert Ralf Demmel, der den Kindern erklären wird, was im Gehirn passiert, wenn ein Mensch Schokolade isst. Dort sorgen die Inhaltsstoffe der Schokolade nämlich dafür, dass Glücksgefühle entstehen. Was ja im Prinzip nichts Schlechtes ist. Wären da nicht die unangenehmen Folgen, wenn jemand zu viel Schokolade isst. Der Zucker in ihr verursacht Karies, wer ständig Schokolade mampft wird leicht zu dick, bekommt als Kind womöglich schon Krankheiten, die eigentlich nur bei Erwachsenen vorkommen, wie zum Beispiel Diabetes.

Wenn Kinder furchtbar scharf auf Schokolade sind, liegt es auch an der kunterbunten Werbung und vor allem an ihren Eltern. Alle Untersuchungen beweisen, unterstreicht Demmel: „Die Schokoladengier hat immer damit zu tun, dass Schokolade im Haus ist.“ Er appelliert an die Eltern, selbst positives Vorbild zu sein. „Das ist nicht leicht“, weiß der Vater von zwei Kindern, die Schokolade essen dürfen – in Maßen. Schoko-Liebhaber Demmel kann das verantworten. Wenn die Schokoladenlust nicht dazu führt, dass jemand schlechte Laune nicht überwinden kann, wenn er keine isst, ist die Liebhaberei noch keine Sucht. Außerdem weise nichts darauf hin, dass Menschen, die als Kinder besonders gern und viel Schokolade gegessen haben, später mit großer Wahrscheinlichkeit abhängige Raucher oder Trinker werden. Eins weiß der Suchtforscher aber genau: Zu viel Schokolade macht bestimmt nicht glücklich – „eher im Gegenteil . . . “

Die Kindervorlesung, die sich an Mädchen und Jungen ab acht Jahren richtet, ist wie immer kostenlos. Anmeldungen sind nicht erforderlich, begleitende Erwachsene werden gebeten, Kindern die Sitzgelegenheiten zu überlassen, wenn die Plätze knapp werden sollten. http://osc.westline.de/wn

Eine Aktion der

Westfälischen

Nachrichten und der

Universität Münster

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/420328?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F57398%2F70675%2F70803%2F
Nachrichten-Ticker