Vorbericht
"Wozu braucht man Politik?"

Donnerstag, 06.03.2008, 14:03 Uhr

Kinder finden Politik oft nicht sehr spannend. Sogar manche Erwachsene langweilen sich mitunter darüber so sehr, dass sie gar nicht erst zur Wahl gehen. Darum ist die Frage, die Professor Wichard Woyke am Freitag (24. September) um 16.15 Uhr zum Auftakt der Kinderuni Münster im großen Hörsaal am Hindenburgplatz stellt, gar nicht abwegig: „Wozu braucht man Politik?“

Zwei Tage vor der Kommunalwahl , die seit etlichen Wochen mit Plakaten an jedem Laternenmast grüßen lässt, ist die Start-Vorlesung der Kinderuni, die jetzt in ihr drittes Semester startet, besonders aktuell. Wichard Woyke, der nicht nur den Studierenden am Institut für Politikwissenschaft der Universität unterrichtet, sondern auch regelmäßig als Interviewpartner in Zeitungen, im Radio und Fernsehen politische Zusammenhänge erklärt, kann sich ein Leben ohne Politik gar nicht vorstellen.

Denn sobald mehrere Menschen zusammenkommen, wird Politik ähnlich nötig wie Luft zum Atmen. Als Robinson Crusoe auf der einsamen Insel allein war, kam er noch ohne Politik aus. Mit dem Hinzukommen von „Freitag“ wurde die Sache schon komplizierter. Und wenn, wie in Deutschland zig Millionen Menschen zusammenleben, brauchen sie Regeln und Gesetze, an die sich alle halten. Diese Regeln des Zusammenlebens entstehen durch Politik.

In der Demokratie, die in Deutschland und vielen anderen Ländern Staatsform ist, macht jeder einzelne Bürger Politik. Bei der Kommunalwahl am Sonntag haben alle Münsteraner, die älter als 16 Jahre alt sind, die Möglichkeit auf die Entwicklung in der Stadt Einfluss zu nehmen. Weil aber alle 280 000 Münsterahner nirgendwo zusammen hinpassen und Diskussionen sehr umständlich wären, können sie nicht direkt darüber abstimmen, ob beispielsweise eine Turnhalle, ein Spielplatz der eine Straße gebaut werden soll. Sie dürfen aber Volksvertreter wählen, die an ihrer Stelle diskutieren und Entscheidungen treffen. „Gegen den Willen des Bürger können die gewählten Vertreter letztlich nichts unternehmen“, erklärt Woyke: „Sie werden bei der nächsten Wahl abgewählt.“

Mit Wahlkampf hat die Vorlesung aber nichts zu tun. Vor Politikern hat er viel wegen der verantwortungsvollen Aufgabe, die sie übernehmen viel Respekt. Selbst wollte er aber niemals Politiker werden. Die Politik zu beobachten und sie in der Öffentlichkeit zu erklären, ist für Woyke die wichtigere Aufgabe – am Freitag für Kinder ab acht Jahren.

Die Kindervorlesungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Erwachsenen in Begleitung von Kindern sind willkommen, werden aber gebeten, die Vorlesung per Videoübertragung im Foyer oder in einem der Nachbarhörsäle zu verfolgen, falls die Plätze im großen Hörsaal knapp werden.

Studentenausweise für das Wintersemester der Kinderuni gibt es am Eingang. Wer vier der sechs Vorlesungen des Wintersemesters besucht, kann wieder schöne Preise gewinnen.

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