Archiv 2006
Alles andere als zum Einschlafen

Mittwoch, 05.03.2008, 00:03 Uhr

Münster. Eltern werden diese Nachricht nicht unbedingt mögen: Es kommt nicht darauf an wie lange man schläft, sondern wie gut. Das sagt Dr. Tilmann Müller . Wenn der Psychologe sich mit einem gut auskennt, dann ist es das Schlafen. Nicht weil er selbst, wie er sagt, meistens wunderbar schlafen kann.

Zu Tilmann Müller ins Uniklinikum kommen Menschen, die mit dem Schlafen Probleme haben. Die sich nachts ruhelos im Bett hin- und herwälzen, die von schlimmen Träumen geplagt werden oder die nachts so schlecht schlafen, dass ihnen tagsüber ständig die Augen zufallen. „Von Schnarchern, Schlafwandlern und Albträumen“ erzählt Müller am kommenden Freitag (17. November) um 16.15 Uhr bei der Kinderuni im großen Hörsaal H 1 am Hindenburgplatz. Und Müller erklärt auch, was eigentlich im Körper passiert, wenn wir schlafen.

Auch wenn Kinder eigentlich nie ins Bett wollen – irgendwann ist jeder Mensch müde und muss schlafen. Warum, das ist der Wissenschaft weiterhin rätselhaft. Denn wenn der Mensch wie bewusstlos daliegt, und nicht merkt, was um ihn herum geschieht, schläft das Gehirn noch lange nicht.

Durch Untersuchungen, bei denen die Aktivität des Gehirns gemessen wird, sehen die Wisseschaftler zwar, dass das Gehirn anders arbeitet, wenn der Mensch schläft. Es ist aber keineswegs untätig, wofür ja schon die Träume ein Beweis sind. Dabei verarbeitet das Gehirn Eindrücke und Wahrnehmungen aus dem „wachen“ Leben – und fügt sie zumeist zu ziemlich wirren Geschichten zusammen.

Das Gehirn träumt während des Schlafes in einer Nacht immer wieder für kurze Zeit. Der wirklich erholsame Tiefschlaf, in dem es auch das Gehirn ganz ruhig angehen lässt, dauert nur etwa ein Fünftel der gesamten Schlafenszeit während einer Nacht, erklärt Tilmann Müller.

Wer schlecht einschlafen kann, soll nicht den Fehler machen, besonders früh ins Bett zu gehen. „In der Regel schlafen Menschen besser, die weniger Zeit dort verbringen. Wer richtig müde ist, schläft auch meistens ein“, sagt Müller. Wer das dennoch nicht schafft, kann sich im Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie untersuchen lassen. Dort schlafen Menschen unter Beobachtung. Geräte messen die elektrischen Ströme im Gehirn und zeichnen sie auf. Häufig können die Mediziner und Psychologen sehen, welche Ursachen der gestörte Schlaf hat, und wie geholfen werden kann.

Bis zur Kindervorlesung, die alles andere als zum Einschlafen sein wird, müssen Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren nur noch drei Mal schlafen. Erwachsene Begleiter sind wie immer willkommen, werden aber gebeten, die Sitzplätze den Kindern zu überlasse.

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