Archiv 2006
Die Bibel – fast eine Bibliothek

Mittwoch, 05.03.2008, 00:03 Uhr

Theologe Prof. Ulrich Berges erklärte Kindern, wie die das „Buch der Bücher“ entstand

Münster. Die kleine Studentin die gestern bei der Kindervorlesung im großen Hörsaal H 1 aufzeigte, lag nur einen Hauch daneben. „Das da“, rief das Mädchen, und zeigte auf das die Wand projizierte Bild von Adam und Eva im Paradies, umgeben von Pflanzen und Tieren, „ist die Erschöpfungsgeschichte“. Zu sehen war ein Gemälde von der Schöpfungsgeschichte. Aber die ganze Welt in sieben Tagen zu erschaffen, wie es in der Bibel steht, müsse doch erschöpfend für Gott gewesen sein, rechtfertigte sich die kleine Studentin später.

Die Bibel war gestern das Thema der Kinderuni – das Spezialgebiet des katholischen Theologen und Religionswissenschaftlers Prof. Dr. Ulrich Berges. Die einfach klingende Frage, die als Überschrift über seiner Vorlesung für Acht- bis Zwölfjährige stand, lautete: Wer schrieb die Bibel?

Das ist deshalb schon schwer zu beantworten, weil die Bibel ja im Grunde nicht ein einziges Buch ist. Das „Buch der Bücher“ kann auch deshalb so genannt werden, weil die Bibel aus vielen Büchern besteht. Genau gesagt: für die Juden aus den die 39 Büchern des Alten Testaments, für die evangelischen Christen aus 66, für für die Katholiken sogar aus 73 Bücher des Alten und Neuen Testaments.

Nur die wenigsten der Bibelschreiber sind bekannt, erklärte Prof. Berges den Kindern, die sich als ausgesprochen bibelfest erwiesen und die meisten Evangelisten und etliche Propheten des Alten Testaments kannten. Wer alles an der Bibel, wie sie heute zu lesen ist, mitgeschrieben hat, wird sich nie mehr klären lassen – „sicher ist nur, dass das, was geschrieben steht, wichtig war“, erklärte Professor Berges. Denn Schreiben konnten nur sehr wenige Menschen und Geschriebenes war eine Kostbarkeit.

„Behandelt Geschriebenes mit Respekt“, ermahnte der Professor die Kinder und erklärte ihnen nebenbei, dass Studieren im Wortsinn bedeutet, etwas mit Eifer zu tun.

Daran ließ die junge Hörerschaft gar keine Zweifel aufkommen. Die Finger schnellten dauernd in die Höhe, während Ulrich Berges, die Bibel-Entstehungsgeschichte erzählte. Überhaupt sind die jungen Studierenden der Kinderuni gebildeter als der Rest der Deutschen, von denen immerhin nach einer aktuellen Umfrage jeder Zehnte nicht weiß, was Weihnachten eigentlich gefeiert wird. Das wussten gestern im Hörsaal nun wirklich alle rund 600 Mädchen und Jungen, die trotz vorweihnachtlicher Betriebsamkeit und Adventsfeiern in den Hörsaal gekommen waren.

Pia (9) und Theresia (12) hatten praktischerweise ihre Geburtstagsfeiern gleich in die Kindervorlesung verlegt, und die Kinder der Ludgerusschule in Coesfeld ihren vorweihnachtliche Klassenausflug in den Uni-Hörsaal unternommen.

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