Was ist das – ein Gedenktag?
Erinnerung auffrischen

Gedenken, das kommt doch bestimmt von Gedanken, oder?

Ein Gedenktag ist ein Tag, an dem wir uns Gedanken machen, über ein prägendes Ereignis, das Teil unserer Geschichte ist, Teil unserer Vergangenheit. Doch warum ist es so wichtig, einen Gedenktag zu haben? Und machen wir das überhaupt richtig mit dem Gedenken?

Samstag, 25.01.2020, 10:00 Uhr
22.01.2020, Berlin: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal), fotografiert während der Abenddämmerung. Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
22.01.2020, Berlin: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal), fotografiert während der Abenddämmerung. Am 27. Januar 2020 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Christoph Soeder

In einer Zeit, in der alles so schnell geht und man sich kaum mehr an das erinnert, was vergangene Woche passiert ist, ist so ein Gedenktag genau das Richtige. Denn er dient nicht nur dazu, die Erinnerung der Menschen aufzufrischen und Wissen zu reaktivieren, das wir während unserer Schulzeit etwa im Geschichtsunterricht erworben haben.

Menschen aufmerksam machen

Es geht vielmehr darum, die Menschen auf etwas aufmerksam zu machen. Auf einen Teil der Geschichte, auf den man nicht stolz sein kann. Die wenigsten können sich an die dunkle Nazi-Zeit und den Holocaust erinnern. Aber alle können sich eine Meinung dazu bilden. Wie war es damals? Wie ist es heute? Man schaut zurück, hält inne und ist froh darüber, dass es jetzt nicht mehr so ist wie damals. Man hat aus den schrecklichen und unwiderruflichen Fehlern gelernt.

Doch in einer Zeit, wo wir einen immer stärkeren Rechtsruck spüren und viele Menschen Angst haben vor den politischen Entscheidungen, sollte man sich fragen, ob da nicht etwas schiefgelaufen ist beim Gedenken. Immer mehr Menschen ordnen sich rechtsradikalen Gruppen und Parteien zu. Immer mehr Menschen äußern sich gegen Juden im Internet. Und immer mehr Menschen werden getroffen von Anschlägen auf Synagogen, Moscheen und andere Glaubensstätten. Für viele ist der Begriff Antisemitismus Teil des Alltags geworden. Was kann ein Gedenktag da schon machen?

Erinnern und Handeln

Der internationale Holocaust-Gedenktag regt dazu an, sich über diesen Abschnitt unserer Geschichte zu informieren, an die Ermordung unzähliger unschuldiger Menschen zu erinnern und sich mit anderen darüber auszutauschen. Nur durch eine Diskussion haben wir eine Chance, etwas von dieser Geschichte aufzuarbeiten und uns klar zu werden, was für fatale Folgen das NS-Regime nach sich gezogen hat. Manche davon beeinflussen uns noch heute. Also sollte dieser Tag auch als eine Art Selbstreflexion dienen, in der man sich darüber klar wird, wie man selber agieren möchte, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt. Es reicht ein guter Gedanke zum Handeln, um nicht zu vergessen.

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