Beim Tierpräparator
Besuch beim Delfin

Münster -

Werner Beckmann fackelt nicht lange. In der nächsten Ausstellung im Naturkundemuseum des LWL soll ein Tümmler auftauchen. Aber: Der Tierpräparator hat nur die Gipsabdrücke von zwei Kurzschwanzdelfinen und den Kopf eines Tümmlers. Darum hat er den Kopf und den Rumpf aus Polyesterharz – aus dem auch Kanus gebaut werden – mit ein paar Schrauben, viel Autolack und jeder Menge Geschick zu einem Delfin gemacht. Zeitungskind Fritz Eilers ist überrascht.

Dienstag, 25.06.2013, 15:06 Uhr

Fritz ist ein Zeitungsfan. Der Nordwalder liest die WN, ist neugierig und hat eine andere Sicht der Dinge als Journalisten. Darum haben wir ihn gebeten, uns zu begleiten: diesmal zu Werner Beckmann ins Naturkundemuseum.
Fritz ist ein Zeitungsfan. Der Nordwalder liest die WN, ist neugierig und hat eine andere Sicht der Dinge als Journalisten. Darum haben wir ihn gebeten, uns zu begleiten: diesmal zu Werner Beckmann ins Naturkundemuseum. Foto: Jürgen Peperhowe

Fritz besucht das Naturkundemuseum regelmäßig. „Hast du auch das Mammut präpariert?“ fragt er. Hat er. In den vergangenen 40 Jahren, die Beckmann als Präparator arbeitet, sind unzählige Tiere durch seine Hände gegangen.

Der "Mogel-Delfin" - Fritz beim Tierpräparator

Für Beckmann ist das völlig normal. „Hin und wieder müssen wir etwas tricksen, weil die gewünschten Exponate nicht zu bekommen sind,, oder weil sie einfach zu wertvoll sind.“ Darum verwandelt er ein Amselweibchen gerade in einen Laubenvogel. Er verändert den Schnabel und die Augen und kürzt den Schwanz. „Aus Respekt vor der Natur versuche ich, jedes Tier so zu präparieren, dass da mein ganzes Können drinsteckt“, sagt der 60-Jährige. Schließlich diene jedes Tier, dass er herrichte, der Öffentlichkeit. „Da haben wir alle was von“, sagt er. Und die Besucher würden darauf hingewiesen, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt.

Das Naturkundemuseum bereitet gerade die Ausstellung „Sex und Evolution“ vor. Die Veranstalter wollen zeigen, warum Sex auf der Erde die beliebteste Art der Fortpflanzung ist. „Wir klären, wie Männchen ticken und was Weibchen wollen“, heißt es in einer Pressemitteilung des LWL.

Die Ausstellung soll so konzipiert werden, dass sie auch etwas für Grundschüler ist. Wenn sie im Oktober startet und die Wale langsam aus der aktuellen Ausstellung des Museums verschwinden, wird Fritz schon ins Gymnasium gehen. Und die Delfine, von denen er weiß, wie sie entstanden sind, wird er sich ganz genau anschauen.

Zum Thema

Fritz hat Werner Beckmann interviewt und einen Artikel über das Treffen geschrieben: www.wn.de/WN-Aktion/Meine-Zeitung

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