Lesepaten helfen benachteiligten Kindern im Wohngebiet Brüningheide
Entführung in die spannende Weltzwischen zwei Buchdeckeln

Münster-Kinderhaus -

35 Lesepaten betreuen 40 Kinder der Grundschule Kinderhaus-West und erkunden mit ihnen die spannenden Welt zwischen den Buchdeckeln. 239 Kinder aus 24 Nationen besuchen die Schule im Wohngebiet Brüningheide, über 60 Prozent von ihnen kommen aus Migrantenfamilien. Das Begegnungszentrum Sprickmannstraße begleitet die Lesepaten organisatorisch.

Samstag, 30.11.2013, 12:11 Uhr

Anna (11) und ihre Lesepatin Karin von Borzyskowski erkunden schon seit einem Jahr gemeinsam die Welt zwischen den Buchdeckeln. Projektleiter Prof. Dr. Erich Hollenstein stellt Josias (7) Gute-Nacht-Geschichten zum Träumen vor.
Anna (11) und ihre Lesepatin Karin von Borzyskowski erkunden schon seit einem Jahr gemeinsam die Welt zwischen den Buchdeckeln. Projektleiter Prof. Dr. Erich Hollenstein stellt Josias (7) Gute-Nacht-Geschichten zum Träumen vor. Foto: kaj

Die Kinderhauser Lesepaten öffnen die spannende Welt zwischen zwei Buchdeckeln: Sie nehmen „ihre“ Kinder mit in die Welt des Wissens, der Abenteuer und der Märchen. Es läuft über Emotionen: „Die Kinder lernen, weil sie ihre Lesepaten mögen“, erläutert Ute Zimmermann . „Lesen schafft Basiswissen, Bücher erweitern das Weltwissen“, fügt die Lehrerin der Grundschule Kinderhaus- West hinzu. „Lese- und Sprachkompetenz gehören zu den Grundlagen eines gelingenden Lebens“, unterstreicht Projektleiter Prof. Dr. Erich Hollenstein .

Seit fünf Jahren gibt es an der Grundschule West im Wohngebiet Brüningheide diese besondere ehrenamtliche Initiative, organisatorisch begleitet vom Begegnungszentrum Sprickmannstraße, 2010 ausgezeichnet mit dem Bürgerpreis. „Wir haben hier Kinder mit schwierigen Startvor­aussetzungen für eine Schulkarriere“, erläutert Erich Hollenstein. Über 60 Prozent der 239 Schüler aus 24 Nationen kommen aus Migrantenfamilien. Die sonst übliche deutsche Sprachumwelt sei nicht selbstverständlich. Doch auch deutsche Kinder kommen in den Genuss der Leseförderung. Die Klassenleitung sucht die Kinder ab dem zweiten Schuljahr aus, das Einverständnis der Eltern ist erforderlich.

40 Kinder werden zurzeit von 35 Paten und Patinnen der älteren Generation betreut. Viele Kinder haben keine Großeltern oder nur sehr weit weg: Da springen die Paten ein bisschen ein. Sie treffen sich mit den Kindern einmal wöchentlich für mindestens 45 Minuten.

Sie bringen Fantasie mit. Manchmal gelingt der Einstieg über ein Märchen-Kartenspiel, mal über praktisches Handeln. Eine Lesepatin wollte dem Kind erklären, was unter einer Prise Salz zu verstehen ist: Sie brachte Teelöffel und Esslöffel mit. Schließlich landeten beide in der Küche und backten. Ein anderer Lesepate saß mit seinem Kind Wochen über einer Landkarte und erzählte ihm von seiner Wanderung von Passau nach Wien. Eine Patin brachte Muscheln aus dem Urlaub mit und schilderte das Meer.

Spenden werden benötigt für Bücher und Lesematerial, für die Fortbildung und für pädagogische Extras, die die Bindungen festigen und die Kinder motivieren, sich weiter anzustrengen und für gemeinsame Unternehmungen wie einen Zoo- oder Planetariumbesuch – manche Kinder waren noch nie dort.

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