Kinder brauchen eine Vorschule
Ein Haus für ihre Zukunft

Münster -

Johanna Zimmermann hat in Burkina Faso als Lehrerin gearbeitet. Sie weiß: Die Kinder haben wenig Chancen, wenn sie nicht sehr früh Französisch können. Eine Vorschule, eine Maternelle, soll dabei helfen.

Freitag, 18.11.2016, 21:11 Uhr

Kinder aus Tiébélé freuen sich schon auf ihre künftige „Maternelle“: Johanna Zimmermann, die zweite Vorsitzende von African Roots, kennt den Ort seit ihrem Praktikum als Lehramtskandidatin.
Kinder aus Tiébélé freuen sich schon auf ihre künftige „Maternelle“: Johanna Zimmermann, die zweite Vorsitzende von African Roots, kennt den Ort seit ihrem Praktikum als Lehramtskandidatin. Foto: Zimmermann

Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg. Timo Eylers (26) hat das vor zwei Jahren bei einem Lehramtspraktikum in Afrika erfahren. „Kinder, die dort schon in der Vorschule Englisch oder Französisch gelernt haben“, sagt der Vorsitzende des münsterischen Vereins African Roots, „schaffen später auch einen guten Abschluss.“

Eylers hat in Tansania gearbeitet. Johanna Zimmermann , die zweite Vorsitzende des jungen Vereins, hat ein Schulpraktikum in Burkina Faso absolviert.

Bilder aus Tiébélé

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  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Unterricht in einer Maternelle - so eine Vorschule wollen die Münsteraner ebenfalls gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • African Roots hat bereits Fortbildungen für Lehrer veranstaltet.

    Foto: African Roots
  • Eine typische Schulklasse. Teilweise werden 130 Schüler gemeinsam unterrichtet.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. In diesem Ort will der Verein African Roots eine Maternelle, also eine Vorschule, gründen.

    Foto: African Roots
  • Bilder aus Tiébélé in Burkina Faso. Der Ort ist für die Bemalung seiner Fassaden bekannt.

    Foto: Eylers

Das Land gehört zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern Afrikas. Kinderrechte sind hier gesetzlich verankert, doch werden sie wegen der enormen Armut im Land im Alltag oft ignoriert. Lehrer unterrichten vor Klassen mit 130 Schülern, wer nach dem sechsten Schuljahr durch die Prüfungen fällt, landet auf dem Markt der Gelegenheitsarbeiter.

Deshalb plant African Roots eine „Maternelle“, eine Vorschule, in der Gemeinde Tiébélé. Der Ort mit seinen 66 Dörfern und 70 000 Einwohnern wird von der Ethnie der „Kassena“ besiedelt. Bekannt ist er durch die Wandbemalungen der Kassena-Frauen.

Johanna Zimmermann absolviert gerade ihr Grundschul-Referendariat an der Hiltruper Ludgerusschule. Kein Vergleich zu den Verhältnissen, die sie bei ihrem Praktikum in Burkina Faso vorfand. Da stand sie nämlich vor über 80 Kindern in einem Klassenraum. „Individuelle Förderung ist da kaum möglich." Als Lehrerin, sagt sie, möchte man eigentlich alle Kinder unterstützten. Und es sei frustrierend, Schüler scheitern zu sehen.

Burkina Faso ist ein bitterarmes Land. In vielen Familien müssen beide Eltern arbeiten. Die kleinen Kinder bleiben oft sich selbst überlassen. Zimmermann: „In meiner Gastfamilie habe ich das gesehen. Morgens machten wir uns alle auf den Weg zur Arbeit, die älteren Kinder gingen zur Schule, der Kleinste bekam 50 Franc CFA – etwa sieben Cent – und spazierte dann durchs Viertel.“ Mit dreieinhalb Jahren.

Klar, dass Kinder so nicht lernen, sich im Schulleben zu behaupten. In Städten gibt es – dem französischen System nachempfunden – Maternelles. Die Vorschulen, die wie in einem Kindergarten Spiel und Lernen miteinander verbinden. „Auf dem Land“, sagt African-Roots-Vorsitzender Timo Eylers, „gibt es das gar nicht.“

Der münsterische Verein African Roots arbeitet eng mit der lokalen Gesellschaft Dizendaani zusammen. Junge Erwachsene aus Tiébélé haben sie gegründet, um die Bildungssituation in ihrem Ort zu verbessern.

Der enge Kontakt sorgt auch dafür, dass das Projekt „Materenelle“ lokale Unterstützung erhält. 15 Prozent der Kosten wollen lokale Unternehmen stemmen. Das Grundstück der Vorschule wurde gestiftet. Dorfbewohner werden beim Bau der Schule selbst Hand anlegen.

Für African Roots ist dies schon das zweite Projekt. In Tansania wurde für 10 000 Euro der Anbau einer Grundschule möglich gemacht.

 

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