Herzkranke Kinder
Der Kampf um das Leben

Münster -

Der Verein „Herzkranke Kinder“ ist Ansprechpartner für Eltern und Kinder: Um die Arbeit zu finanzieren, ist er dringend auf Spenden angewiesen.

Samstag, 12.11.2016, 12:11 Uhr

Schnüre, Schläuche, Kabel: Herzkranke Kinder müssen oftmals sehr viel Zeit im Krankenhaus verbringen.
Schnüre, Schläuche, Kabel: Herzkranke Kinder müssen oftmals sehr viel Zeit im Krankenhaus verbringen. Foto: privat

Markus ist ein Kämpfer. Schwer herzkrank, mehrfach wiederbelebt, oftmals hauchdünn an der Grenze zwischen Leben und Tod: Vom ersten Tag an auf dieser Welt muss er um sein Leben ringen, immer wieder. Heute ist er 16 Jahre jung – und hofft, dass sein größter Wunsch noch in Erfüllung geht – ein Spenderherz. Er wartet bereits seit drei Jahren.

Mario hat gerade seinen 27. Geburtstag gefeiert. Ein kleines Wunder – für ihn, für seine Familie, für alle, die seine Geschichte kennen. Er ist noch keine Woche alt, da bereiten die Ärzte seine Eltern auf das Schlimmste vor: „Ihr Sohn liegt im Sterben.“ Aber auch er kämpft: Viele, viele Medikamente, Operationen und Eingriffe am Herzen prägen seinen Lebensweg. Er studiert, unternimmt Reisen, wagt Unternehmungen, die er sich früher nicht zugetraut hat.

Geschichten wie diese kann Inge Senger ohne Pause erzählen – Schicksale, mit denen der Verein „Herzkranke Kinder Münster “ täglich in Berührung kommt. Und immer wieder versucht zu helfen, zu unterstützen, da zu sein in Momenten, in denen Eltern sich allein oft nicht mehr zurechtfinden.

Mit der Diagnose „Herzfehler“ beginnt für die ganze Familie eine dramatische Zeit. Inge Senger, selbst betroffene Mutter und weit über 20 Jahre aktiv im Verein, weiß genau, wovon sie spricht. Von dem Moment an drehe sich alles um das kranke Kind, um seine Behandlung, um Chancen und Risiken. Immer wieder gefangen zwischen Hoffen und Bangen, immer wieder verfolgt von Ängsten und Sorgen – ein normales Leben werde da nahezu unmöglich.

Der Verein hat mit Betty Langhans eine Diplom-Sozialpädagogin, die sowohl im Büro im Familienhaus als auch regelmäßig auf der Station 18b im Westturm anzutreffen ist. Sie hilft, wenn es um Anträge geht, sie hilft, bürokratische Hürden zu überwinden – Dinge, für die Eltern zu dem Zeitpunkt oft gar keinen Kopf haben. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Probleme und Fragen, die Eltern bedrücken, wenn sie mit ihrem Kind wochen- oder sogar monatelang in der Klinik sind und ihren Alltag trotzdem bewältigen müssen.

„Eltern erleben eine Achterbahn der Gefühle“, beschreibt Inge Senger die Welt zwischen Intensivstation, Krankenbett und Reha-Maßnahmen.

Der Verein, der sich vor 25 Jahren aus einem Elternstammtisch heraus gegründet hat, möchte sie auffangen, Mut machen, als Gesprächspartner da sein. „Kontakte sind so wichtig, damit man sich nicht allein fühlt“, erzählt auch Markus´ Mutter. „Ohne diese Unterstützung hätte ich das nicht geschafft“, ist sie sicher.

Der Verein veranstaltet Sommerfeste und Jugendwochenenden, er sorgt für Spiel- und Bastelmaterial auf der Station, bietet psycho-soziale Betreuung auch nach der Entlassung aus der Klinik, organisiert Infostände und Aktionen, um auf „Herzkranke Kinder“ aufmerksam zu machen – all das kostet Geld.

„Ohne Spenden könnten wir das nicht leisten“, sind die ehrenamtlich Aktiven dankbar für die Unterstützung der Leser bei der Weihnachtsspendenaktion.

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