Spendenaktion: Schwesternorden in Indien
Corona überschattet Bildungsarbeit

Münster -

Tausenden Kindern und Kranken haben die „Helpers of Mary“, ein Schwesternorden in Indien, bereits geholfen. Gegründet wurde der Orden von einer Münsterländerin, zudem kommt viel Unterstützung aus der Region. Auch aus Münster. Aktuell haben die „Marys“ jedoch mit einem besonderen Problem zu kämpfen.

Samstag, 21.11.2020, 14:00 Uhr
Eine „Mary“ (l.) – eine Schwester des
Eine „Mary“ (l.) – eine Schwester des Foto: Joel Hunold

„Die Leute stehen schon früh morgens vor unserem Tor. Sie betteln nicht, aber sie flehen uns an, ihnen etwas zu essen zu geben, weil sie seit Tagen nichts gegessen haben“. So erläutert eine Schwester des indischen Schwesternordens „Helpers of Mary“ die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Slums Indiens.

Seit mehr als 30 Jahren unterstützten die Schüler und Lehrer des Gymnasium Paulinum über den Dülmener Verein „Andheri – Kinder- und Leprahilfe“ den Schwesternorden in Indien. Gegründet wurde er von einer Münsterländerin – Schwester Pricilla aus Dülmen, geborene Antonia Lehmkuhl , ging 1931 nach Indien, um dort in einem Kinderheim zu arbeiten.

Hilfe für Kinder, Frauen und Kranke in Not

Aus ihrem Engagement im Stadtteil Andheri in Mumbai, einem der ärmsten Stadtteile der Millionenmetropole zu jener Zeit, ist ein Netz von 70 sozialen Zentren erwachsen, hauptsächlich in Indien, aber auch in Äthiopien, Kenia und Tansania. Mehr als 350 Ordensschwestern helfen dort Kindern, Frauen und Kranken in ihrer Not. „Die Schwestern kümmern sich um jene, die sonst keine Chancen haben, besonders um junge Mädchen“, sagt Bernd Schmitz , Vorsitzender des Vereins „Andheri – Kinder- und Leprahilfe“.

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter www.wn.de/Service/Datenschutz

...

Erfolgsgeschichte mit münsterländischem Ursprung

Dabei sind die „Marys“, wie die Schwestern genannt werden, wahre Alleskönner: Sie betreiben mehrere Kinderheime, diverse Krankenstationen, unterrichten jene Kinder, die keine Möglichkeit haben, in eine normale Schule zu gehen und unterhalten drei Leprazentren – obwohl die Krankheit in Indien lange Zeit als ausgerottet galt. Knapp 3000 Kinder und Jugendliche wurden bisher in den Kinderheimen versorgt und ausgebildet, über 15 000 aus entlegenen Gegenden haben lesen, rechnen und schreiben gelernt. Eine wahre Erfolgsgeschichte mit münsterländischem Ursprung.

Zudem unterstützen die Schwestern junge Frauen dabei ein selbstbestimmtes Leben zu führen, etwa durch Computer- und Nähkurse und indem sie über ihre Rechte aufgeklärt werden. Die Kraft dazu, sagt Schmitz, ziehen die Frauen aus ihrem christlichen Glauben, sie haben ihre ganzes Leben der „Lehre für die Liebe“ gewidmet.

Während Corona wird alles probiert, um die Menschen überhaupt am Leben zu halten.

Bernd Schmitz

Aktuell stünden jedoch die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Fokus der Schwestern: „Während Corona wird alles probiert, um die Menschen überhaupt am Leben zu halten“, sagt Schmitz. Viele Inder haben durch die Pandemie ihres Arbeitsplatz verloren, zudem sind die Lebensmittelpreise angestiegen. Langfristig sei zudem ein großer Teil der sozialen Zentren sanierungsbedürftig. „In den Slums bestehen die oft nur aus kleinen Hütten“, erklärt Schmitz, oftmals fehle es an ausreichenden Sanitäranlagen, geschweige denn an Instrumenten für die Computer- und Nähkurse.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7687587?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F57398%2F57637%2F7664767%2F
Nachrichten-Ticker