WN-Spendenaktion: Unterstützung für Monastir
Jugend in Aufbruchstimmung

Münster -

In Münsters tunesischer Partnerstadt Monastir werden für Kinder und Jugendliche viele kreative Projekte angeboten. Auf diesem Weg sollen ihnen zugleich demokratische Werte vermittelt werden. Die Angebote kommen gut an – benötigen aber dringend zusätzliche finanzielle Unterstützung.

Dienstag, 10.12.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 08:45 Uhr
Ziel der „Association des Beaux Arts“ ist es, das Demokratieverständnis in Tunesien dauerhaft durch Kunst und Kreativität zu stärken.  
Ziel der „Association des Beaux Arts“ ist es, das Demokratieverständnis in Tunesien dauerhaft durch Kunst und Kreativität zu stärken.   Foto: privat

Mit Kunst und Kreativität die Demokratie dauerhaft zu stärken – das ist das Ziel der in Münsters tunesischer Partnerstadt ansässigen Organisation „Association des Beaux Arts“. Hier lernen Kinder schon früh, sich mit ihrer Umwelt kreativ auseinanderzusetzen. „Den Themen, mit denen sie sich beschäftigen, sind – anders als früher – keine Grenzen gesetzt“, betont Thomas Kollmann , Vorsitzender des Freundeskreises Münster-Monastir.

„Früher“ – damit meint Kollmann die Zeit vor der Jasmin-Revolution im Jahr 2011.

Engagement für Demokratie fördern

Heute gilt Tunesien als einziges Land in Nordafrika, in dem demokratische Strukturen tatsächlich gelebt werden. „Es ist ein unglaublich hohes Maß an kreativem Interesse und Aufbruchstimmung gerade bei den Jugendlichen in Monastir spürbar“, hat Elisabeth Flechtner vom Freundeskreis beobachtet. Die Themen, mit denen sich die jungen Menschen in Monastir künstlerisch beschäftigten, reichten von Frieden über Umwelt bis zu Freundschaft. „Dieses Engagement muss gefördert und unterstützt werden“, appelliert Flechtner. Damit die junge Demokratie in dem nordafrikanischen Land eine feste, tragfähige Basis für die Zukunft bekomme.

Geld und Material benötigt

Die Nachfrage nach den kreativen Angeboten der Association sei hoch, berichtet Thomas Kollmann. „Die Kinder sind mit Spaß bei der Sache, es fehlt aber oft an Sachausstattung und Räumen für die kommunikativ-sozialen Angebote.“ Material und Ausstattung seien auch in Tunesien nicht preiswert, zudem werde für gemeinsame Ausflüge und Gruppenaktivitäten von Kindern und Jugendlichen Geld benötigt. Einen Austausch mit der münsterischen Künstlergruppe Part 96 gibt es bereits, doch er soll noch weiter mit gegenseitigen Besuchen ausgebaut werden.

Für solche Besuche, aber auch als Treff-, Begegnungs- und Ausstellungsraum für Jung und Alt plant die „Association des Beaux Arts“ den Anbau eines „Münster-Saals“ in ihrem Kunstmuseum – „ein ambitioniertes Projekt mit einer tollen Signalwirkung für die Städtepartnerschaft“, so die Einschätzung von Thomas Kollmann. Für dieses Projekt soll ein Teil der Spenden, die im Rahmen der WN-Aktion zusammenkommen, als Aufbauhilfe verwendet werden.

Für die Freiheit der Kunst

Nejib Rokbani, mehrfach ausgezeichneter Künstler aus Monastir, und der Präsident der Association, Fathi Baoueb, stehen mit ihrem engagierten Team vor Ort für die Umsetzung der Vorhaben bereit, betont der Münsteraner.

„Der Kultur- und Kreativbereich hat ebenso wie das bereits vorgestellte Umweltprojekt sowie das Säuglingsprojekt eine deutliche soziale und basisdemokratische Komponente“, unterstreichen Elisabeth Flechtner und Thomas Kollmann. „Wer den Glanz und die Freude in den Augen der tunesischen Kinder und Jugendlichen in den Kunstgruppen gesehen hat, der wird auch diesen Bereich als sehr unterstützungswürdig einstufen.“ Damit die nach der Jasmin-Revolution neu gewonnene Freiheit der Kunst dauerhaft Wurzeln in Tunesien schlagen kann.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7122167?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F57398%2F57637%2F7042379%2F
Nachrichten-Ticker