Angehörige kranker Kinder bekommen ein Zuhause auf Zeit
Pelikanhaus: Der Neubau ist längst überfällig

Münster -

Nichts gegen das alte Pfarrhaus der Gnadenkirche: Die Alexianer sind froh, es den Angehörigen kranker Kinder am Clemenshospital als Notquartier anbieten zu können. Aber Bau ist zu klein, und er pfeift auf dem letzten Loch. Die Alexianer setzen deshalb auf einen Neubau an dieser Stelle.

Montag, 02.12.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 19:34 Uhr
Das jetzige Angehörigenhaus am Clemenshospital ist das frühere Pfarrhaus der Gnadenkirche – es stammt aus den 60er-Jahren und ist praktisch abgängig. Martina Lewin (l.) und Sabrina Schulz (Alexianer-Fundraising) freuen sich auf das neue Pelikanhaus.
Das jetzige Angehörigenhaus am Clemenshospital ist das frühere Pfarrhaus der Gnadenkirche – es stammt aus den 60er-Jahren und ist praktisch abgängig. Martina Lewin (l.) und Sabrina Schulz (Alexianer-Fundraising) freuen sich auf das neue Pelikanhaus. Foto: spe

Das alte Angehörigenhaus am Clemenshospital hat genau zwei Vorteile. Erstens: Die Lage ist optimal. Zweitens: Es ist überhaupt vorhanden. Ansonsten überwiegen die Nachteile dieses bröckelnden Hauses aus den 60er-Jahren. Der Neubau ist mehr als überfällig.

Vorteil Lage: Direkt neben dem Krankenhaus am Düesbergweg gelegen, ist der Weg für die Angehörigen schwerkranker Kinder so kurz wie möglich und so weit wie nötig. Ein Minimum an Distanz ist gar nicht schlecht. Vorteil Vorhandensein: Vor etwa fünf Jahren überließ der Evangelische Kirchenkreis dem Clemenshospital das alte Pfarrhaus neben der Gnadenkirche. Bis dahin mussten Angehörige sehen, wo sie bleiben. Eine ungeheuer belastende Situation. Denn wenn das eigene Kind so krank ist, mag man an nichts anderes mehr denken.

Die Situation ist immer noch mehr als angespannt, sagt Martina Lewin , die sich als „Case-Managerin“ um kranke Kinder und ihre Angehörigen kümmert und auch das morsche Angehörigenhaus im Blick hat. Da ist zum Beispiel die Familie aus Ostdeutschland, die kaum weiß, wo sie bleiben soll. Das kranke Kind wird in der „Kinderneurologischen Frührehabilitation“ versorgt – der einzigen ihrer Art in Nordrhein-Westfalen. Vater und Mutter bekommen mit viel Glück eines der sechs kleinen Zimmer im Angehörigenhaus. Aber für die große Schwester ist dort kein Platz mehr – es sei denn, ein anderes Zimmer wäre zufällig frei. Doch das ist praktisch niemals der Fall, die Nachfrage ist zu groß. „Im Moment müssen wir es ablehnen“, sagt Martina Lewin traurig.

„Zuhause auf Zeit“

Gibt es einen Plan B für solche Fälle? „Wir haben eine Liste mit Pensionen in der Nähe.“ Aber keine Garantie, dass bei denen etwas frei ist. Münster ist ein beliebtes Städtereiseziel, gerade in der Weihnachtszeit belegen die Touristen viele Betten. Und außerdem ist es eine Geldfrage: Die Krankenkasse zahlt maximal 45 Euro pro Tag als Unterbringungszuschuss für Angehörige. Aber nur für eine einzige Person. Da die jungen Patienten durchschnittlich drei Monate in der Früh-Reha bleiben, können zusätzliche Unterbringungskosten für Angehörige leicht zum Problem werden. Erst recht für Eltern, die wegen der Krankheit ihrer Kinder ihre Berufstätigkeit unterbrechen müssen und vielleicht kein Einkommen haben.

Auch deshalb setzen die Alexianer auf das nach ihrem Wappentier benannte „Pelikanhaus“ – einen Neubau auf dem so ideal gelegenen Grundstück des alten Angehörigenhauses. Vorgesehen sind zwölf geräumige, behindertengerechte Familienzimmer mit eigenem Bad, Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsraum und einem Garten, der sich auch als Spielfläche nutzen lässt. „Das können wir gut belegen“, ist sich Martina Lewin sicher.

Das ist der Entwurf des Pelikanhauses. Den Angehörigen kranker Kinder könnten darin zwölf geräumige Familienzimmer zur Verfügung stehen. Foto: Planungsgruppe Wörmann

Der Neubau versteht sich als „Zuhause auf Zeit“: Er bietet Platz für die ganze Familie und ein Minimum an Komfort. Die Alexianer nehmen für weitere erwachsene Familienmitglieder einen geringen Beitrag, Jüngere Geschwisterkinder kommen kostenfrei im Pelikanhaus unter. „Bei Familien in finanziell sehr angespannten Situationen werden wir in Einzelfällen und durch die Kooperation mit unseren Spendern versuchen, auf die Kostenbeteiligung zu verzichten“, sagt Sabrina Schulz von den Alexianern. Auch deshalb sei das Projekt auf Spenden angewiesen: „Für das Pelikanhaus gibt es keine Gegenfinanzierung.“

Leser helfen mit Herz

Die Projekte: 

Nimas
Tilbeck
Monastir
Pelikanhaus

Spendenkonto-IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

Sparkasse Münsterland Ost

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