„Pro filia“ kämpft gegen Mädchenhandel in Nepal
Sie sehen die Gefahr nicht

Münster -

Der münsterische Verein „pro filia“ kämpft in Nepal gegen Mädchenhandel und bietet von Versklavung und Zwangsprostitution gefährdeten Mädchen Schutz und Bildungsmöglichkeiten. Die Projekte von „pro filia“ werden durch die diesjährige WN-Spendenaktion unterstützt.

Dienstag, 17.11.2020, 09:00 Uhr
Johanne Feldkamp aus Münster kämpft mit ihrem Verein „pro filia“ gegen Mädchenhandel in Nepal. Der Verein rettet Mädchen vor der Zwangsprostitution und bietet Ausbildungen an.
Johanne Feldkamp aus Münster kämpft mit ihrem Verein „pro filia“ gegen Mädchenhandel in Nepal. Der Verein rettet Mädchen vor der Zwangsprostitution und bietet Ausbildungen an. Foto: Oliver Werner

Sich für Gleichberechtigung einzusetzen war ihr immer eine Herzensangelegenheit, sagt Dr. Johanne Feldkamp aus Münster. Ihr Verein „pro filia“ engagiert sich seit 2008 in Nepal – einem sehr armen Land, das von Gleichberechtigung sehr, sehr weit entfernt ist.

Es ist eine alte, fest verwurzelte Tradition in Südasien, dass Frauen keinen hohen Stellenwert haben. „Ich habe gesehen, wie hart Frauen in Nepal arbeiten müssen, wie schwer sie tragen, während die Männer daneben standen“, erinnert sich Dr. Johanne Feldkamp aus Münster. Fundamentalismus sei weit verbreitet – vor allem in den ländlichen Regionen. „Ich habe Frauen gesehen, die wirklich dachten, wenn sie hart arbeiten und gehorchen, werden sie als Mann wiedergeboren.“

Sklaverei und Zwangsprostitution

Doch körperliche Arbeit sei bei weitem nicht das Schlimmste, was Frauen widerfahre: Viele werden versklavt und zwangsprostituiert. Aufzuklären und dafür zu sorgen, dass junge Frauen ein menschenwürdiges Leben führen und eigenes Geld verdienen können, hat sich „pro filia“ deshalb zum Ziel gesetzt.

Mädchen in Nepal kosten ihre Familien Geld – und weil für die Mitgift keines vorhanden ist, werden sie häufig verkauft. „Ein nepalesisches Sprichwort sagt, Töchter großzuziehen ist wie die Blumen in Nachbars Garten zu gießen“, es sei, gerade, wenn man mehrere Töchter habe, ruinös, erklärt Feldkamp. Das Resultat ist, dass weibliche Säuglinge immer wieder abgetrieben oder nach der Geburt getötet werden. In ihrem weiteren Leben droht Mädchen in Nepal oft ein grausames Schicksal: 12 000 bis 15 000 werden jährlich in indische Bordelle kauft.

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs , Krisenhilfe , Pro filia , Indien . Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88 Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks.

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Viele überleben die Bordelle nicht

Oft werden den Mädchen falsche Versprechungen gemacht, wie Heirats- oder Arbeitsangebote. Am Ende führen diese Wege meist in Bordelle im Nachbarland.

Johanne Feldkamp ist regelmäßig in Nepal. Sie weiß, dass viele die Bordelle nicht überleben: „Wenn sie dort sind, ist es meistens schon zu spät.“ Im Kontakt mit den wenigen Überlebenden sei das Elend spürbar, sagt Feldkamp. „Sie sind schwer traumatisiert und brauchen Hilfe.“ Fünf bis sechs junge Frauen kommen jährlich von dort in das Schutzhaus des Vereins.

Viele können aber bereits vorher an der Grenze gerettet werden: Denn „Pro filia“ setzt vor allem auf präventive Arbeit. Der Verein schult und finanziert Grenzbeobachterinnen, die gefährdete Mädchen dort aufhalten. „Maiti“ bringt die Mädchen dann in Schutzeinrichtungen nahe der Grenze, die „pro filia“ finanziert. Von dort aus werden den Betroffenen verschiedene Beratungs- und Ausbildungsangebote gemacht.

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