WN-Spendenaktion
Kleine Hilfe, große Wirkung

Münster -

Die Technische Assistenz Tilbeck berät Senioren und Menschen mit Behinderungen kostenlos, um geeignete technische Hilfsmittel zu finden, die eine selbstständige Lebensführung fördern. Dass kleine Hilfen, großes Bewirken können, weiß zum Beispiel Peter Tamm.

Donnerstag, 28.11.2019, 08:00 Uhr
Peter Tamm hat sich an die Technische Assistenz Tilbeck gewendet, um mit einigen technischen Hilfsmitteln seinen Alltag in seiner Wohnung besser bestreiten zu können. Zum Beispiel bekam sein elektrischer Rollstuhl eine breitere Lehne.
Peter Tamm hat sich an die Technische Assistenz Tilbeck gewendet, um mit einigen technischen Hilfsmitteln seinen Alltag in seiner Wohnung besser bestreiten zu können. Zum Beispiel bekam sein elektrischer Rollstuhl eine breitere Lehne. Foto: Pjer Biederstädt

Um zu verstehen, wie die Technische Assistenz Tilbeck (TAT) Senioren und Menschen mit Behinderungen hilft, trifft man sich am besten mit Peter Tamm . Der 66-Jährige leidet unter einer sogenannten Tetraspastik – einer Lähmung, von der beide Arme und Beine sowie die Hals- und Rumpfmuskulatur betroffen sind. Der gebürtige Lünener sitzt im Rollstuhl, kann nicht laufen und wird 14 Stunden am Tag betreut, wohlgemerkt in seiner eigenen Wohnung in Münster. Dass das überhaupt möglich ist, daran hat die TAT, die mit ihrer kostenlosen Beratung zu technischen Hilfsmitteln eine selbstständigere Lebensführung ermöglicht, einen großen Anteil.

Früher, als Peter Tamm noch in Dortmund wohnte, war jeder Toilettengang eine enorme Kraftanstrengung. Wenn der Zivildienstleistende, der sich um ihn kümmerte, nicht mehr im Dienst war, sei er immer auf die Hilfe seines Nachbarn angewiesen gewesen, erzählt Peter Tamm. „Kein gutes Gefühl”, sagt er über die Abhängigkeit.

Tüfteln an der Lösung

Ein spezieller Toilettensitz mit Bidet-Funktion macht ihm den Alltag seit einigen Monaten leichter. Doch der Weg dahin war nicht leicht. Zusammen mit den Ambulanten Diensten Münster, die Peter Tamm betreuen, hat er sich an die TAT gewendet. Die Einrichtung im Stift Tilbeck hat die Problemlage in Gesprächen mit Peter Tamm analysiert und an einer Lösung getüftelt.

Hilfsmittel der Technischen Assistenz Tilbeck

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  • Ein persönlicher Digitaler Assistent (zum Beispiel Alexa), kann als Umfeldsteuerung, Erinnerungshilfe sowie Informationsgeber eingesetzt werden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Ein Hausnotrufgerät, inklusive Funksender, ruft im Notfall, wie beispielsweise bei einem Sturz, Hilfe.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das sprechende Blutdruckmessgerät gibt den Blutdruck sowie den Puls per Audiowiedergabe an und warnt bei bedenklichen Werten.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Einfach, aber wichtig: Die Aufschraubhilfe erleichtert das Öffnen von Schraubverschlüssen.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Smartphone mit vereinfachter, seniorengerechter Bedienoberfläche.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Die höhenverstellbare Küche, wie hier von den TAT-Mitarbeitern (v.l.) Dirk Lehmann, Max Seppendorf und Hanna Lütkemeier vorgestellt, hilft zum Beispiel Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern in der Küche alles erreichbar zu haben.

    Foto: Pjer Biederstädt

„Doch das Sanitätshaus, mit dem die Krankenkasse zusammenarbeitete, hat gesagt, dass es das, was wir uns vorstellten, nicht gebe”, erzählt Marcus Hopp . Für den Leiter der TAT und seine drei Mitarbeiter gilt aber: „Gibt’s nicht, geht nicht.“ So haben sie selber recherchiert und die Ideallösung gefunden. Die beinhaltete neben dem Toilettensitz einen 4000 Euro teuren Fußtaster für die Spülung. „Den Taster hat die Krankenkasse aber nicht übernommen”, erzählt Marcus Hopp. Aber auch die kleinere Lösung sei eine Erleichterung, bestätigt Peter Tamm.

Vier Projekte, ein Konto

► Projekte:  Nimas  (Bildungsförderung für Kinder in Problemlagen), Tilbeck (Beratungsangebot, um technische Produkte zu finden, die Senioren eine selbstständige Lebensführung erleichtern),  Monastir  (Unterstützung für Kinder und Umwelt in Münsters tunesischer Partnerstadt),  Pelikanhaus  (Bau eines Hauses für Angehörige schwerkranker junger Patienten am Clemenshospital)

► Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende gleichmäßig aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

► Namensnennung: Die WN berichten regelmäßig über die Spendenaktion. Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung unter Verwendungszweck „Veröffentlichung: Ja“ ein.

► Konto: Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ: 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

► Rückfragen: Telefon 0251 / 690 917 211

► Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, nur zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zu unserem Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter  www.wn.de/Service/Datenschutz .

 

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Und es ist nicht die einzige. Um ein Hausnotrufgerät für den Notfall hat sich die TAT gekümmert, außerdem für eine breitere Lehne für seinen elektrischen Rollstuhl. Und wenn der TAT-Leiter schon mal im Haus ist, hat Peter Tamm gleich noch ein Anliegen: „Für meinen Anrufbeantworter benötige ich einen größeren Knopf”, sagt Tamm. Durch seine Spastik sei er nicht zielsicher genug und könne seine Nachrichten deshalb nicht abhören. Marcus Hopp notiert es im Handy und sagt: „Wir kümmern uns darum.”

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