WN-Spendenaktion 2017
Nach 17 Jahren endlich ein Zuhause

Münster -

Vinayagamoorthy kann es kaum erwarten, dass die Baukräne an den York-Höfen auf dem ehemaligen TÜV-Gelände endlich verschwinden. Denn dann bekommt der 66-Jährige dort endlich ein richtiges Zuhause.

Mittwoch, 20.12.2017, 11:00 Uhr
Das Bauprojekt „York-Höfe“ auf dem ehemaligen TÜV-Gelände schreitet voran. Im dritten Quartal in 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.
Das Bauprojekt „York-Höfe“ auf dem ehemaligen TÜV-Gelände schreitet voran. Im dritten Quartal in 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Foto: Matthias Ahlke

Für Vinayagamoorthy geht mit dem Wohnprojekt „York-Höfe“ ein Traum in Erfüllung. Sehnsüchtig wartet er schon auf den Einzug. Er ist einer der derzeit noch Wohnungslosen, für den der Förderverein für Wohnhilfen ein neues Zuhause ermöglicht. Moorthy – so wird er genannt – wird auf dem früheren TÜV-Gelände ein Appartement beziehen.

Vor Bürgerkrieg geflohen

Seit über 30 Jahren lebt Moorthy schon in Deutschland. 1985 ist er wie viele Wehrpflichtige vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka geflohen. Über Ostwestfalen ist er nach Münster gekommen. Im „Haus der Wohnungslosen“ hat er vor 17 Jahren Unterschlupf gefunden. Seitdem lebt er in der Notunterkunft.

Am Anfang hat er dort den Hausmeister unterstützt, später wurde er Teil des „Tagelöhner-Projekts“. „Da habe ich dann auch Geld verdient“, erinnert sich Moorthy. Seit 2007 arbeitete er versicherungspflichtig als Spüler. Im März ist der 66-Jährige in Rente gegangen.

Rentner arbeitet als Spüler

„Er bekommt eine normale Altersrente, die ist aber etwas spärlich“, erklärt Bernd Mülbrecht , Vorsitzender des Fördervereins. Der Grund: Moorthy hat nur wenige Jahre in Deutschland gearbeitet und in die Rentenkassen eingezahlt. „Deshalb arbeite ich auch jetzt noch nebenbei als Spüler“, sagt er. Doch nicht nur das: Moorthy hilft auch beim Projekt „Europabrücke Münster“, in dem sich Mülbrecht engagiert. Moorthy bringt Post in die einzelnen Einrichtungen: „Das ist nur eine Hilfe, dafür bekomme ich kein Geld.“

Das Geld, das er verdient, behält er auch nicht nur für sich. „Jeden Monat schicke ich ein bisschen was zu meiner Familie“, sagt der 66-Jährige. Seine Frau und seine Kinder leben noch in Sri Lanka. Seit Moorthy geflohen ist, konnte er seine Familie erst zweimal besuchen. Ansonsten gibt es nur Telefonkontakt.

Wirtschaftlich ist es hier einfacher.

Moorthy

„Ich vermisse Sri Lanka und auch meine Familie“, sagt Moorthy. Doch er sei auch auf die Krankenkasse in Deutschland angewiesen. Deshalb sei er nie zurückgekehrt: „Wirtschaftlich ist es hier einfacher.“

Vinayagamoorthy bekommt in den York-Höfen ein neues Zuhause. Der Förderverein für Wohnhilfen macht das möglich.

Vinayagamoorthy bekommt in den York-Höfen ein neues Zuhause. Der Förderverein für Wohnhilfen macht das möglich. Foto: Anna Spliethoff

120.000 Euro Spenden nötig

Die Appartements in den York-Höfen sollen im dritten Quartal des kommenden Jahres bezugsfertig sein. Wie auch die in der Dreifaltigkeitskirche werden sie mit einer kleinen Küche, mit Bett, Kleiderschrank, Tisch, zwei Stühlen, Lampen und Gardinen ausgestattet. „Es soll eine Wohnatmosphäre sein“, erklärt Mülbrecht. Außerdem gibt es eine Gemeinschaftsküche und Waschmaschinen. Etwa 120.000 Euro werden insgesamt für das Projekt benötigt. Deshalb ist der Verein auf Spenden angewiesen.

Endlich die Ehefrau einladen können

Moorthy freut sich schon auf den Einzug – und vor allem auf Privatsphäre. Im Haus der Wohnungslosen wohnen die Menschen meist zu dritt zusammen. „Da kann ich nicht immer so leben, wie ich es möchte“, sagt Moorthy. Und er freut sich noch auf etwas anderes: „Dass ich endlich mal meine Frau nach Deutschland einladen kann.“

Mehr zum Thema

Projekte: Kinderdialyse (Hilfe für nierenkranke Kinder), Entwicklungshilfe (im vom Erdbeben getroffenen Nepal sollen Schulen und Biogasanlagen gebaut werden), Kinderneurologiehilfe (Unterstützung für Kinder mit Hirnschädigung), Wohnhilfen (Wohnungslose sollen ein Zuhause bekommen).

► Auswahl: Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Sonst wird die Spende aufgeteilt. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist. Wer nicht im Spendenbarometer erwähnt werden möchte, muss ein „Nein“ vermerken.

Konto: 8888 bei der Sparkasse Münsterland-Ost (BLZ 400 501 50); IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

Rückfragen: Telefon 02 51 / 690 917 211

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