Moose und Kräuter
Der Prinzipalmarkt lebt

Münster -

Auf dem Prinzipalmarkt machen sich Moose, Kräuter und andere Pflanzen breit. Schuld ist die feucht-milde Witterung der vergangenen Wochen, berichtet das Grünflächenamt.

Donnerstag, 18.08.2016, 01:08 Uhr

Kräuter, Klee und andere Pflanzen gedeihen zurzeit auf dem Prinzipalmarkt prächtig. Verantwortlich ist das feucht-milde Klima der vergangenen Wochen.
Kräuter, Klee und andere Pflanzen gedeihen zurzeit auf dem Prinzipalmarkt prächtig. Verantwortlich ist das feucht-milde Klima der vergangenen Wochen. Foto: Matthias Ahlke

Lebensraum Prinzipalmarkt : In den Ritzen des Straßenpflasters machen sich seit ein paar Wochen Moose , Kräuter und andere Pflanzen breit. „Ein seltener Anblick“, betont Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt . Verantwortlich seien die regelmäßigen Niederschläge und eher gemäßigten Temperaturen der vergangenen Monate. Sie hätten das Pflanzenwachstum in dieser – nach Einschätzung Göverts – „extremen Umgebung“ gefördert. „Die Wachstumsbedingungen sind in diesem Sommer einfach hervorragend“, betont er.

Knöterich, Klee, Löwenzahn, Ackerkräuter – die Liste der Pflänzchen, die es sich im Kopfsteinpflaster bequem gemacht haben, ist lang. „Die Fugen sind tief, sodass sich dort gut Staub und Erde sammeln können. Das ist ein guter Nährboden“, betont Gövert.

Staub und Erde gibt es dort freilich auch sonst – in diesem Jahr fehlten allerdings längere heiße Wetterphasen, in denen die kleinen Pflanzen schnell – und gnadenlos – weggebrannt werden. Viel größer als zurzeit dürften die Pflanzen allerdings kaum werden, sagt Gövert – dafür würden schon Autos und Straßenreinigung sorgen.

Tiefe Ritzen zwischen den Pflastersteinen – diese Anmerkung lässt aufhorchen. Muss das Straßenpflaster auf dem Prinzipalmarkt – wie in den vergangenen Jahr am Drubbel und auf der Rothenburg – bald erneuert werden? Wenn nichts Außergewöhnliches passiere, eher nicht, betont Alexander Buttgereit vom Tiefbauamt. „Der bauliche Zustand des Prinzipalmarktes ist gut“, versichert er. Die Einschätzung erstaunt, schließlich ist das Pflaster, dessen Granitsteine laut Buttgereit aus Schweden stammen, bereits mehr als 100 Jahre alt.

„Natürlich setzen ihm Lkw, die mittlerweile 30 bis 40 Tonnen erreichen, und Busverkehr zu“, räumt er ein. Doch der Prinzipalmarkt sei echte Wertarbeit und daher in viel besserer Verfassung, als man vermuten könnte.

Buttgereit schätzt, dass die gute Stube der Stadt „noch 20 Jahre und vielleicht sogar länger halten wird“. Überlegungen, wie man eine Sanierung einmal angehen wird, sollten dennoch nicht auf die lange Bank geschoben werden. Ein Kanaleinsturz unter der Erde – und eine Sanierung könnte schneller auf der Agenda stehen, als einem lieb ist.

Fakt sei: „Nach einer Sanierung würde der Prinzipalmarkt anders aussehen als heute.“ Daher geht Buttgereit davon aus, dass die Maßnahme, sollte sie akut werden, für leidenschaftliche Diskussionen unter den Bürgern, aber auch in der Politik sorgen dürfte. Ein Jahr würde es wohl dauern, den gesamten Prinzipalmarkt zu sanieren – wobei es nicht einfach sei, Fachleute zu finden, die das Pflasterhandwerk noch so beherrschen wie jene Handwerker, die den Platz vor über 100 Jahren legten. Das werde man „nicht zum Schnäppchenpreis“ bekommen. „Doch die Sanierung des Prinzipalmarktes ist natürlich auch eine Investition in die Zukunft“, sagt er.

Eine kleinere Baumaßnahme sei bereits in Kürze geplant. Vor Stuhlmacher soll im Oktober ein Abwasserkanal saniert werden, „er ist marode“, so Buttgereit. Die Arbeiten würden aber nur ein paar Tage dauern und durch einen Schacht hindurch erledigt. „Das Pflaster müssen wir dafür nicht öffnen“, betont er.

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