Unnachgiebig
Knöllchen an tote 18-Jährige verschickt

Köln -

Ein halbes Jahr nach dem Tod einer 18 Jahre alten Kölnerin ist ihr ein Knöllchen wegen Schwarzfahrens zugeschickt worden. Doch trotz vorliegender Sterbeurkunde bleiben die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) hartnäckig.

Dienstag, 08.01.2019, 13:47 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 17:05 Uhr
Ein Zug fährt in Köln durch die neue Haltestelle "Rathaus".
Ein Zug fährt in Köln durch die neue Haltestelle "Rathaus". Foto: Henning Kaiser

Als die Forderung per Post kam, dokumentierte die Mutter den Tod ihrer Tochter mithilfe einer Kopie der Sterbeurkunde, doch die KVB ließen nicht locker und verschickten weiter Mahnbescheide. Das bestätigte ein KVB-Sprecher am Dienstag (8. Januar). Über den Fall hatte zuvor der " Kölner Stadt-Anzeiger " berichtet.

"Das ist peinlich", betonte der Sprecher. "Wir haben um Entschuldigung gebeten. Uns ist bewusst, dass da mehr Fingerspitzengefühl hätte sein sollen." Irgendwo im System sei die Verbindung zwischen dem Fall der jungen Frau und den Informationen ihrer Mutter nicht hergestellt worden, möglicherweise weil sie in der Zwischenzeit volljährig geworden sei.

Nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeiger" starb die junge Kölnerin 2016 wenige Tage nach ihrem 18. Geburtstag, die Fahrt ohne gültigen Fahrausweis datierte schon von 2015. Die Mutter sagte der Zeitung, die an ihre Tochter adressierten Briefe seien für sie schwer zu ertragen gewesen.

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