St.-Clemens-Kirche
Aktion „Colourful“ sorgt für herbe Schelte aus dem Internet

Münster-Hiltrup -

Eine farbenfrohe Kirche gefällt nicht jedem - insbesondere konservativ eingestellten Katholiken nicht: Die Aktion „Colourful!“ in der Hiltruper St.-Clemens-Kirche hat ein Sturm der Entrüstung im Internet ausgelöst. An diesem Shitstorm beteiligten sich überraschender Weise viele Nutzer aus Amerika.  

Mittwoch, 18.03.2020, 15:35 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 15:46 Uhr
Darf eine Kirche so aussehen? Im Internet gab es einen heftigen Shitstorm
Darf eine Kirche so aussehen? Im Internet gab es einen heftigen Shitstorm Foto: o

Die Türen für die farbenfroh ausstaffierte St.-Clemens-Kirche waren am Freitagabend gerade erst eröffnet. Da wusste Pfarrer Mike Netzler bereits, dass über die Kirchengemeinde ein Shitstorm – sprich ein Sturm der Entrüstung im Internet – hereingebrochen war, der sich gewaschen hatte.

Das Netz in Wallung gebracht hatte ein kleines Videofilmchen, bei dem die Kamera auf die Diskokugel vor dem großen Holzkreuz gerichtet war. Es war von der Gemeinde selbst ins Internet gestellt worden. Seit Kurzem ist sie auf Instagram und Facebook unterwegs.

Allein auf Instagram gab es binnen kürzester Zeit 65 Kommentare, wobei sich in der Masse Nutzer aus Amerika zu Wort meldeten. „Wütende Amerikaner“, konservativ eingestellte Katholiken machten kein Hehl daraus, dass ihnen dieser Anblick ein Graus war. Sie liefen geradezu Sturm.

"Unsägliche Anmaßung"

Nahezu das gleiche Spiel wiederholte sich am Samstag, als Fotos von der Aktion gepostet wurden. Kommentare wie „Häresie“, „This ist very wrong“, „blasphemisch“ oder „This is why we have the coronavirus“ bilden nur einen kleinen Ausschnitt. „Was läuft falsch bei euch Hiltrupern?“, fragte eine deutschsprachige Nutzerin. „Was glaubt ihr, warum vor so vielen Jahren Sodom und Gomorrha zerstört wurde?“

Der Pfarrer sah sich gezwungen einzuschreiten. „Wir verstehen durchaus, wenn man sich an dieser Aktion reibt“, schrieb Mike Netzler. „Doch ich verwahre mich und uns hier vor der unsäglichen Anmaßung, uns die Katholizität abzusprechen.“ Und: „Lebt Euren Glauben in Eurem Umfeld, so wie es für Euch stimmig ist. Wir tun es hier für uns und verantworten es auch.“

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