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Mit Schlämmer nach Norwegen

Horst Schlämmer steht in Polarnähe sinnierend an der Reling eines Kreuzfahrtschiffs: „Dat Leben rast so schnell an einem vorbei. Isch bin immer wieder erstaunt, wat isch allet rischtisch jemacht habe.“ 6-Live-Moderatorin Gisela haut beim...

Montag, 15.12.2008, 18:12 Uhr

Horst Schlämmer steht in Polarnähe sinnierend an der Reling eines Kreuzfahrtschiffs: „Dat Leben rast so schnell an einem vorbei. Isch bin immer wieder erstaunt, wat isch allet rischtisch jemacht habe.“ 6-Live-Moderatorin Gisela haut beim Telefongewinnspiel die Scheine nur so raus. Und Disco-Diseuse Uschi Blum kippt am Ende besoffen ins Hafenbecken, der Mitternachtssonne entgegen.

Keine Frage: Hape Kerkeling ist in seinen diversen Überbiss-Verkleidungen immer komisch. Zum Glück vergehen kaum fünf Minuten in der soeben fertiggestellten Verfilmung seines Erfolgshörbuchs „Ein Mann, ein Fjord“, in denen er nicht auftaucht. Doch der Rest des Films hat Probleme: Weil die Rollen, die Kerkeling im Hörbuch alle selbst spricht, hier von anderen Schauspielern verkörpert werden. Und weil es der Regie von Kerkelings Lebensgefährten (und langjährigem Co-Autoren) Angelo Colagrossi an Rhythmus mangelt.

An den Darstellern liegt es nicht. Allesamt sind sie zur Premiere ins Sony Center in Berlin gekommen, um das „Produkt“ zu feiern, wie es der PR-Mann vom ZDF nicht müde wurde zu nennen. „Ein Geschenk“ sei dies, war häufig zu hören.

Im Film spielt Jürgen Tarrach den dicken, arbeitslosen Norbert Krabbe aus Wanne, der eine Blockhütte samt Fjord in Nord-Norwegen gewinnt und sich auf turbulente Reise dorthin begibt. Die wunderbare Anneke Kim Sarnau mimt seine Frau und wirkt als saufende Ruhrpott-Pflanze dennoch etwas fehl am Platze. Matthias Brandt verleiht seinem von einer hysterischen Frau gepeinigten Tierarzt Dr. Schwarz-Ebershagen eine würdevolle Leidensmiene und bekennt in Berlin mit Augenzwinkern: „Es ist vor mir geheim gehalten worden, dass es sich bei dem Film um eine Komödie handelt.“

Bei der Produktion des Films ging es sowieso recht lustig zu. Komponist Achim Hagemann, bekannt als Kerkelings Begleitpianist aus „Total normal“, erläuterte, wie die Songs des Films entstanden: „Wir haben uns ins Studio gesetzt, Wein getrunken, dann ging’s auch schon los.“

Und Schauspielerin Petra Zieser, die im Film die liebesbedürftige Frau Lange verkörpert, fühlte sich bei den Dreharbeiten „privilegiert“: „Bei Hape musste man nur einen Groschen einwerfen, dann spielte er für uns den Schlämmer.“

Kerkeling selbst sah bei der nachmittäglichen Premiere etwas müde aus. Dabei kann er beruhigt sein: Dem „Produkt“ sind, trotz der Macken, beste Quoten garantiert. Über 300 000 verkaufte Hörbücher sprechen für sich. So hat sich Kerkeling auch nicht umsonst gequält: Allein die Rolle der Uschi Blum habe ihm, so scherzt er, „einiges, wenn nicht alles abverlangt“. „Ein Mann, ein Fjord“, Sendetermin: Mittwoch, 21. Januar, 20.15 Uhr, ZDF.

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