Kultur Nachrichten
Der Maler des roten Punktes

Donnerstag, 10.12.2009, 16:12 Uhr

München / Ibbenbüren - Das Rot war seine Farbe. Über 60 Jahre hat sich Rupprecht Geiger mit dessen Nuancen befasst, dem Wechselspiel monochromer Farbflächen mit ihrer Umgebung. Der Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49 war auf mehreren Dokumentas vertreten und gilt als einer der herausragenden Vertreter der gegenstandslosen Malerei in Deutschland. In seiner Heimatstadt München ist er jetzt, wenige Wochen vor Vollendung seines 102. Lebensjahres gestorben.

Geigers letzte Ausstellung ist derzeit in Ibbenbüren zu besichtigen. Die hier gezeigten Druckgrafiken zeigen eindrücklich das experimentelle Suchen des Malers nach starken Stimulationen. Rot war für Geiger „Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme und Kraft“.

Geiger - zeitweise auch Kunstprofessor in Düsseldorf - hatte 1971 bei der Sanierung der Ibbenbürener Ludwig-Kirche für Aufsehen gesorgt. Damals wurde das Kreuz von der Altarwand entfernt, an seine Stelle trat ein leuchtender roter Punkt auf weißem Grund. Um Geigers Punkt gab es nicht nur erregte Diskussionen, er ist seither der spirituelle Dreh- und Angelpunkt der Kirchengemeinde geworden.

Geiger, Sohn eines Malers, hatte zunächst als Architekt gearbeitet, als Maler war er Autodidakt. Seine Kunst ist von ungewöhnlicher Strenge, es gibt keine erkennbare Pinselschrift, von Mischfarben trennte er sich konsequent und beschäftigte sich bis zu seinem Tod fast 40 Jahre nur mit Variationen der Grundfarben Rot, Blau und Gelb.

» Geiger-Ausstellung: Alte Honigfabrik, Ibbenbüren, Klosterstraße 21 (Samstag, Sonntag, 15-18 Uhr)

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