Kultur Nachrichten
Vier Millionen für Burg Hülshoff

Mittwoch, 05.05.2010, 19:05 Uhr

Havixbeck - Jutta Freifrau von Droste zu Hülshoff ist gerührt. 50 Jahre lang führte sie Besucher durch das Stammhaus ihrer Familie und setzte sich so für dessen Erhalt ein - „das war eine große Mühe, aber immer wieder auch große Freude.“ Nun erlebt die Baronin, dass Burg Hülshoff in gute Hände kommt: Der Landschaftsverband, die Westfalen-Initiative und die Bezirksregierung verhandeln seit Langem hinter den Kulissen über die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung, die den Bestand des Vaterhauses von Annette von Droste-Hülshoff sichern und die Einrichtung eines Literatur- und Kulturzentrums ermöglichen soll.

Nun wurde das erste und wichtigste Zeichen gesetzt: Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit vier Millionen Euro an dem Projekt. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überbrachte die gute Nachricht persönlich - mit artigem Dank an die Baronin, die ihren Besitz in die gemeinnützige Stiftung einbringen will.

Freilich ist die Sache noch nicht in trockenen Tüchern: Vier Millionen sind genau ein Drittel des angestrebten Stiftungskapitals von zwölf Millionen Euro. Der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Sternberg, als Vorsitzender der Droste-Gesellschaft einer der Strippenzieher, berichtet von etlichen potenziellen Förderern im Hintergrund, die nur auf den Startschuss des Landes warten, um sich einzubringen. Ohne dieses Signal aus Düsseldorf, gibt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale zu verstehen, hätte das Projekt wohl keine Chance gehabt.

Was genau mit Burg Hülshoff geschehen soll - das blieb auch nach der Pressekonferenz im großen Speisezimmer unter dem berühmten Porträt der großen Dichterin ein wenig unklar. Vor allem gehe es um die dauerhafte Sicherung des Gebäudes, betonte Ministerpräsident Rüttgers; eine Stiftung könne die erheblichen Erhaltungskosten besser stemmen als die vom Steueraufkommen abhängige öffentliche Hand. Der „außergewöhnliche und liebenswürdige Ort“ solle auch künftig der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen; als Museum und vielleicht auch als Sitz des geplanten Literarischen Zentrums Nordrhein-Westfalen. Annette von Droste-Hülshoff stehe zwar vor allem für Westfalen, leiste aber als prominente Schriftstellerin auch einen Beitrag zur Identität Nordrhein-Westfalens, weshalb sich das Land für den Erhalt des kulturellen Erbes einsetzen müsse.

War Annette eine Nordrhein-Westfälin? Prof. Dr. Klaus Anderbrügge von der Westfalen-Initiative wusste immerhin zu bestätigen, dass sich die Dichterin gern im Rheinland aufhielt. Als Sitz der Annette-Forschung könne Burg Hülshoff ein Ort werden, „der es aufnehmen kann mit den Orten der Weimarer Klassik“.

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