Das größte Event der Kulturhauptstadt
Party für die Kunst

Sonntag, 18.07.2010, 19:22 Uhr

Wer Fahrradfahren und Futtern an Bierzeltgarnituren als Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas verkauft, der muss schon einen sehr weiten Kulturbegriff haben - könnten Skeptiker sagen. Was schert uns das Feuilleton mit seinen Grenzen, wenn Millionen von Menschen friedlich feiernd eine Autobahn bevölkern und nebenbei noch Lieder und Gedichte hören oder Straßenkünstler betrachten, mögen Bewunderer der Aktion entgegnen. Tatsache ist: Die Kulturhauptstadt hat mit kunstvoller Logistik Massen mobilisiert und mit der Rekord-Partymeile womöglich ihren triumphalen Höhepunkt gefeiert. Hat sie damit auch ihren Zenit überschritten?

Es mag nach sattsam bekannter Krittelei klingen, aber: Eine Region, in der Theaterschließungen drohen und geplante Konzerthäuser nicht gebaut werden, kann davon auch durch spektakuläre Events nicht ablenken. Aber Projekte wie das Dortmunder U, der Gelsenkirchener Nordsternturm oder das Essener Folkwangmuseum stehen für die andere Seite des Ruhr-2010-Programms: für Nachhaltigkeit.

Man muss beide Seiten gar nicht gegeneinander ausspielen. Das größte denkbare Event des Jahres zeigt überdeutlich, dass die Menschen etwas jenseits des alltäglichen Kosten-Nutzen-Denkens brauchen. Ein Argument, das man bei der Förderung von Kultur, die eben nicht nur Spaß, sondern auch Sinnstiftung bietet, nicht oft genug vorbringen kann. Weil die Kulturhauptstadtmacher es vermocht haben, Millionen Menschen anzusprechen, dürfen und müssen sie nun erst recht sagen: Jetzt ist die Kunst am Zuge. Harald Suerland

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