Haydn-Quartette aus Lockenhaus
Lebhafter Disput

Mittwoch, 29.09.2010, 18:09 Uhr

Das sollen Konzertmitschnitte sein? Diese Aufnahmen vom Kammermusikfest Lockenhaus 2009 offenbaren nämlich eine wahrhaft verblüffende Spielkultur. Dem Hugo-Wolf-Quartett aus Wien merkt man die Schule bei großen Vorbildern wie dem La-Salle- oder dem Alban-Berg-Quartett allerdings nicht nur durch die spieltechnische Perfektion an. Bewundernswerter noch ist die Art und Weise, wie sie drei Werke des Streichquartett-Vaters Joseph Haydn zum Leben erwecken. Schon im eingangs gespielten „Russischen“ G-Dur-Quartett klingen die formalen Zäsuren des Kopfsatzes, als würde die Musik hinwegdämmern und neu beginnen - die Perfektion des gemeinsamen Musizierens führt hier dazu, dass das Quartett wie ein einziges vierteiliges Instrument klingt. Dem eher unauffällig dahinfließenden Largo folgt ein Scherzo, das wie ein lebhafter Disput lustvoller Debattierer anmutet, und den Rausschmeißer des Schlusssatzes möchte man eigentlich noch länger hören.

Höhepunkte der beiden „Sonnenquartette“ sind das wunderbar verhaltene „Poco Adagio“ aus op. 20,3 und das kecke „Menuet alla Zingarese“ aus op. 20,4. Am Schluss darf sich dann endlich das Publikum mit großem Applaus einmischen. Der ist wahrlich verdient.

» Haydn Live in Lockenhaus. Hugo-Wolf-Quartett. CD VMS Musical Treasures VMS 222.

Harald Suerland

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