Kultur Nachrichten
Wo Münsters Kirchengeschichte ruht

Freitag, 03.09.2010, 16:09 Uhr

Münster - Eine Präsenzbibliothek von 30 000 Bänden mit den Schwerpunkten Orts- und Kirchengeschichte des Bistums: Hunderte von Pfarrarchiven mit über 12 000 Urkunden, Hand- und Druckschriften, Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern; umfangreiche Bestände aus dem Besitz von Klöstern Stiftungen oder des Domkapitels: Das münsterische Bistumsarchiv gehört zu den großen Diözesanarchiven in Deutschland. Nach zweijähriger Renovierung, die Mitarbeitern wie Nutzern viel Improvisationskunst abverlangte, wird die Einrichtung am Mittwoch (8. September) um 15 Uhr offiziell wiedereröffnet. Zugleich nimmt Bischof Felix Genn in dem Gebäude an der Georgskommende in Münster die Segnung der neuen Orgel für die Bischöfliche Kirchenmusikschule vor.

Das Gebäude von 1844 mit dem repräsentativen Mittelgiebel und der schmucken Freitreppe war ursprünglich das „Galensche Konvikt“ und beherbergte Internatsschüler des Gymnasium Paulinum. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm es die Kardinal-von-Galen-Stiftung mit Gedenkraum und das zuvor im Ludgerianum am Domplatz untergebrachte Bistumsarchiv auf. 1979 wurde eine Außenstelle in Xanten eingerichtet; 1983 folgte die Einrichtung des Offizialatsarchivs in Vechta. In den folgenden Jahrzehnten wurden insgesamt drei Außenmagazine geschaffen, um der zunehmend größer gewordenen Archivalienmengen Herr zu werden. Es sind nicht nur Wissenschaftler, die das „Gedächtnis“ des Bistums auf Pergament, Papier und Festplatte in Anspruch nehmen, sondern ganz besonders auch Privatpersonen, die sich in der Ahnenforschung betätigen. Gerade die Kirchenbücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, sind da eine unersetzliche Fundgrube. Das älteste Stück ist eine Urkunde aus dem Jahr 1190, mit der der Fürstbischof von Köln der niederrheinischen Pfarre Rees die Teilung und Abtrennung von Haldern verweigert. Archivoberrätin Beate Sophie Fleck wird zur Wiedereröffnung am 8. September die Geschichte des Hauses an der Georgskommende skizzieren: „Vom Galenschen Konvikt zum Bistumsarchiv“.

Leiter des Diözesanarchivs ist seit 2000 in der Nachfolge von Herbert Sowade Gottfried Minkenberg. Er ist besonders froh, dass die zweijährige Kernsanierung des Gebäudes nun abgeschlossen ist. Als Ausweichquartier hatten den Nutzern des Bistumsarchivs ab Sommer 2008 Räume am Kardinal-von-Galen-Ring gedient. Die jetzt abgeschlossene Renovierung des Gebäudes umfasste unter anderem eine neue Dacheindeckung, moderne Fenster, den Ersatz maroder Elektroleitungen, eine komplett erneuerte Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie moderne Brandschutz- und Sicherheitsmaßnahmen. Der neu eingerichtete Lesesaal hält 20 Nutzerplätze bereit.

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