Kultur Nachrichten
Exotik des Theremin allein genügt nicht

Sonntag, 09.01.2011, 17:01 Uhr

Münster - Barbara Buchholz aus Bielefeld wurde am Samstag beim 23. Jazzfestival zur Westfalen-Jazz-Preisträgerin gekürt. Ausgelobt wurde der Preis gemeinsam vom Internationalen Jazzfestival Münster, dem Dortmunder Jazzclub Domicil und dem Bunker Ulmenwall in Bielefeld.

Buchholz spielt auf dem Theremin , das als Instrument ein Anachronismus ist, ein Dinosaurier der elektronischen Klangerzeugung angesichts der akustischen Welten, die heute in modernen Rechnern entstehen. Dennoch feiert es derzeit fröhliche Urstände. Nicht zuletzt wegen Buchholz.

Als die studierte Bassistin Anfang der 90er Jahre die Proben zur Tom-Waits-Produktion „Alice“ besuchte, begegnete sie dort der Großnichte des Theremin-Erfinders Leon Theremin, hörte das Instrument und verliebte sich sofort in die Klangmischung aus menschlicher Stimme, singender Säge und Geige.

Für die Verleihung des Westfalen-Jazz-Preises sollte aber nicht die Exotik noch die Klangschönheit eines Instruments den Ausschlag geben, sondern die Darbietung auf demselben.

In der Würdigung der Preisträgerin hieß es, dass das erste elektronische Instrument überhaupt unter Buchholz´ Händen zu einer vollwertigen Stimme in der zeitgenössischen Musikszene werde.

Den Beweis dafür blieb die Musikerin aus dem Ostwestfälischen beim Preisträgerkonzert am Samstag zusammen mit Michael Wollny (Klavier) und Guy Sternberg (electronics) leider schuldig.

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