Neue CD mit dem Cellisten Michael Schlechtriem
Schätze ausgegraben

Dienstag, 22.02.2011, 18:02 Uhr

Michael Schlecht­riem ist ein regelrechter Archäologe, ein Ausgräber mit Instinkt dafür, wo noch ungehobene musikalische Schätze für sein Instrument liegen. Die CD-Einspielung des münsterischen Cellisten ist dafür einmal mehr Beweis.

Gemeinsam mit der Pianistin Noriko Kitano entdeckt er den Spanier Federico Mompou und dessen „El Pont “, ein faszinierendes, stilles, introvertiertes Lamento. Er wird fündig im Oeuvre des Österreichers Joseph Marx, dessen „Pastorale“ nicht nur ein süffig-romantisches Genrebild abgibt, sondern sich in Sachen Harmonik schon etwas weiter vorwagt. Wunderbare Geschichten erzählt Erich Wolfgang Korngolds Bühnenmusik zu „Viel Lärm um Nichts“, hier in einer eigenen Transkription des Cellisten, der mit flexibler und sehr farbiger Tongebung dieser völlig vergessenen Musik Lebendigkeit einhaucht. Stefan Esser, Jahrgang 1966, schlägt in seiner Cello-Sonate moderat moderne Töne an, Frederick Delius´ Dreisätzer von 1916 dagegen ist ganz der Spätromantik verpflichtet und leuchtet glutvoll und intensiv.

Überhaupt ist die große Musikalität des Duos unmittelbar ansprechend. Da werden gemeinsam Bögen gespannt, wird gemeinsam geatmet, gemeinsam gefühlt bis hinein in kleinste Feinheiten - vollendet!

» „Scenes“. Michael Schlechtriem und Noriko Kitano spielen Werke für Violoncello und Klavier. Genuin Classics, GEN 89529.

Chr. Schulte im Walde

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