Kultur Nachrichten
Israelisch-deutsches Orchester beim Kunstfest Weimar

Donnerstag, 18.08.2011, 00:08 Uhr

Weimar - Studenten aus Jerusalem und Weimar setzen zum traditionellen Eröffnungskonzert «Gedächtnis Buchenwald » des Kunstfestes Weimar ein Zeichen der Völkerverständigung. Unter dem Motto «Vision» bietet das Festival bis zum 11. September knapp 40 Konzerte, Tanz, Theater, Diskussion und Filme. Schwerpunkt ist der 200. Geburtstag und 125. Todestag des Musikers und Komponisten Franz Liszt , der in Weimar seine wichtigsten Werke schrieb. Für die 61 Mitglieder des Young Philharmonic Orchestra Jerusalem-Weimar, die seit einer Woche gemeinsam proben, wird das Konzert am Freitag die Feuertaufe sein. «Sie spielen Stücke, in die die Trauer eingeschrieben ist», sagte Kunstfest-Chefin Nike Wagner . Der Résistance-Kämpfer und Buchenwald-Überlebende Stéphane Hessel wird in einer Rede an die 56 000 Toten im nationalsozialistischen Konzentrationslager Buchenwald zwischen 1937 und 1945 erinnern. Hessel hatte kürzlich mit seiner Schrift «Empört euch» für Aufsehen gesorgt. Zum Schwerpunkt Liszt haben sieben europäische Komponisten ihre Visionen in sieben Werken dargestellt. Die Künstler, unter ihnen der Deutsche Steffen Schleiermacher, vertreten die Länder, in denen Liszt viel gelebt oder gewirkt hat: Frankreich, Österreich, Italien, Deutschland, Polen, Russland, Schweiz. «Ohne Visionen sind keine künstlerischen und wirtschaftlichen Leistungen, keine Projektionen in die Zukunft möglich», sagte Nike Wagner, die Ururenkelin von Liszt und Urenkelin von Richard Wagner. Visionen habe vor 20 Jahren auch das «Weimarer Dreieck» mit den Außenministern von Frankreich, Polen und Deutschland verkörpert. An dieses intellektuelle Gipfeltreffen werden am 26. August der frühere französische Minister Jack Lang, der polnische Publizist Adam Michnik und die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan erinnern und hinterfragen, was der «Nachbarschaftspakt» erreicht hat. Auch die TanzMedienAkademie mit jungen Medienkünstlern und Tänzern aus den drei Ländern wird in ihrem Projekt «Raum in Bewegung» der Vision des «Weimarer Dreiecks» nachspüren. Zu Goethes 262. Geburtstag am 28. August spielt die Ungarische Nationalphilharmonie «La Damnation de Faust» von Hector Berlioz. Das Goethe-Institut wird in Zusammenarbeit mit dem Kunstfest seine Goethe-Medaillen 2011 an den britischen Schriftsteller John le Carré, den polnischen Publizisten Adam Michnik und die französische Theaterregisseurin Ariane Mnouchkine verleihen. KunstfestWeimar

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