Kultur Nachrichten
Peter Schneider ignoriert Duden-Rechtschreibung

Montag, 01.08.2011, 00:08 Uhr

Berlin - DEr Schriftsteller Peter Schneider (71, «Lenz») ignoriert die Duden-Rechtschreibung und beharrt auf seinem «Recht auf Unbelehrbarkeit ». Das sagte der Autor am Montag im Deutschlandradio Kultur anlässlich des 100. Todestages von Konrad Duden . Schneider erklärte, er selbst nutze das Regelwerk nie. Jeder habe seine eigene «Lieblings-Rechtschreibung». In der deutschen Geschichte gab es laut Schneider nur für kurze Zeit eine wirklich verbindliche Rechtschreibung. Die damit verbundene «Ordnungsfunktion» sei weder dringlich noch wünschenswert. Große Autoren wie Schiller und Goethe hätten manchmal zwei unterschiedliche Schreibweisen für das selbe in einem Satz benutzt. Beide seien jedoch weder geistesverwirrt gewesen noch hätten sie zu wenig auf Ordnung geachtet. «Sie wussten ganz genau, was sie da schreiben, das wird verstanden.» Nach der Rechtschreibreform hat sich aus Sicht Schneiders Vieles bewährt, «anderes überhaupt nicht». Er finde das Doppel-S in «dass» absolut nachvollziehbar. Die drei F in Schifffahrt widersprächen aber seinem Schönheitssinn. Interview als MP3-Datei

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