Kultur Nachrichten
Museum: Aufgetauchtes Ölgemälde von Rubens-Schüler

Freitag, 02.09.2011, 00:09 Uhr

Gent/ Athen - Das in Griechenland aufgetauchte Rubens-Gemälde stammt nach Angaben eines belgischen Museums nicht von dem flämischen Maler, sondern von einem seiner Schüler. Das beschlagnahmte Bild «Die Jagd des kalydonischen Ebers» habe schätzungsweise nur einen Wert von 200 000 Euro, teilte der Besitzer, das Museum für Schöne Künste im belgischen Gent, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa mit. Unbekannte hatten das Gemälde vor zehn Jahren aus dem flämischen Museum gestohlen. Das Originalgemälde von Rubens sei seit Jahren im Besitz eines privaten Sammlers, sagte eine Museumssprecherin. «Das Museum verfügt über die Kopie eines Assistenten von Rubens», sagte die Sprecherin. Das 28 mal 53 Zentimeter große Gemälde zeige ein Motiv aus der griechischen Mythologie. «Das Gemälde ist ein gutes Beispiel dafür, wie Rubens' Stil von seinen Schülern übernommen wurde.» Das Original des Jagdmotivs von 1618 ist nach Schätzungen von Kunstexperten 15 bis 35 Millionen Euro wert. Das jahrelang verschollene Bild soll nun nach Gent zurückkehren. «Wir freuen uns sehr, dass das Werk wieder aufgetaucht ist, und wir hoffen, es so schnell wie möglich wieder in unserem Haus ausstellen zu können», sagte die Sprecherin. Offiziell habe die Polizei das Museum der Schönen Künste noch nicht kontaktiert. Das griechische Kulturministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass ein gestohlenes Rubens-Gemälde aus Belgien sichergestellt wurde. Ein 65 Jahre alter Trödler und eine 40-jährige Frau, beide Griechen, wurden demnach festgenommen. Wie die Athener Zeitung «To Vima» auf ihrer Internetseite berichtete, folgten die Fahnder einem Tipp, wonach zwei Menschen in der Athener Vorstadt Glyfada ein Gemälde für sechs Millionen Euro verkaufen wollten. Die Polizisten gaben sich als potenzielle Käufer aus und nahmen den Händler und die Frau fest. Bei der 40-Jährigen soll es sich nach Medienberichten um eine in Griechenland bekannte Fernsehmoderatorin handeln. Ihr Name wurde nicht genannt. Die Frau habe ausgesagt, sie habe das Gemälde von einem italienischen Freund bei einem Urlaub auf der Insel Rhodos im Jahr 2003 geschenkt bekommen. Wegen finanzieller Probleme habe sie jetzt versucht, das Gemälde zu verkaufen.

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