Kultur Nachrichten
Das «Opernhaus des Jahres» steht in Brüssel

Dienstag, 04.10.2011, 00:10 Uhr

Berlin - Das « Opernhaus des Jahres» steht in Brüssel . Mit dem Théâtre Royal de la Monnaie ist erstmals eine Bühne außerhalb des deutschen Sprachraums Sieger der traditionellen Kritikerumfrage der Zeitschrift «Opernwelt». Gleich dreifacher Gewinner ist die Oper Frankfurt : Sie belegt den zweiten Platz und ist damit das wichtigste Opernhaus in Deutschland. Zum dritten Mal in Folge sind die Musiker der Frankfurter Oper das «Orchester des Jahres». Ebenfalls in Frankfurt engagiert ist der «Sänger des Jahres»: der Bariton Johannes Martin Kränzle . «Regisseur des Jahres» ist Achim Freyer. Zum besten Dirigenten wurde Mariss Jansons gewählt. Der «Chor des Jahres» gehört zur Staatsoper Stuttgart, wie die Fachzeitschrift «Opernwelt» am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin mitteilte. Das Blatt hat für die Opern-Hitliste 50 Kritiker aus dem In- und Ausland befragt. Die Oper Frankfurt war in den Jahren 1995, 1996 und 2003 zum «Opernhaus des Jahres» gewählt worden. Für Intendant Bernd Loebe ist die neuerliche mehrfache Auszeichnung ein Motivationsschub. Der Titel «bestätigt den Kurs eines entdeckungsfreudigen "Schatzsuchens" eines Hauses, das ein Ensemble pflegt und in der Lage ist, immer wieder hervorragende Gäste zu binden», sagte Loebe der dpa. Kränzle erhalte durch die Würdigung die ihm zustehende «überregionale, wenn nicht internationale Anerkennung». Der Preis für das «Orchester des Jahres» zeige, dass sich die kontinuierliche Zusammenarbeit mit namhaften und begeisterungsfähigen jungen Dirigenten lohne. Der Erfolg des Brüsseler Opernhauses gehe vor allem auf den Intendanten Peter de Caluwe zurück, urteilten die Kritiker. «Ein Mann mit klaren Überzeugungen und langem Atem, der lieber im Hintergrund agiert, mit Künstlern und Mitarbeitern diskutiert, statt sich vor laufender Kamera zu produzieren», heißt es. «Wir freuen uns natürlich. Das ist eine ganz wichtige Mitteilung für uns», sagte de Caluwe der dpa. Die Brüsseler Produktion von Giacomo Meyerbeers «Die Hugenotten» (Dirigent: Marc Minkowski, Regisseur: Olivier Py) wurde «Aufführung des Jahres». Die «Nachwuchssängerin des Jahres», die 21-jährige Russin Julia Lezhneva, singt in der Inszenierung den Pagen. «Wir erzählen die europäische Geschichte und das Publikum macht mit», sagte de Caluwe. «Das ist die größte Anerkennung für mich.» Zum vielfältigen Spielplan von Caluwes Bühne gehörten auch Janáceks «Katja Kabanova» in der Regie von Andrea Breth und die Uraufführung von Toshio Hosokawas «Matsukaze», choreographiert von Sasha Waltz. Der «Sänger des Jahres», Johannes Martin Kränzle, wurde unter anderem für seine «überragende Leistung» in der Uraufführung von Wolfgang Rihms «Dionysos» bei den Salzburger Festspielen gewählt. Das durch Nietzsche-Texte inspirierte Stück ist auch die «Uraufführung des Jahres» (Dirigent: Ingo Metzmacher, Regie: Pierre Audi). «Wiederentdeckung des Jahres» ist Mieczyslaw Weinbergs Auschwitz-Oper «Die Passagierin» über den Mord an den europäischen Juden. Das Werk des über Jahrzehnte vergessenen polnisch-russischen Komponisten erlebte bei den Bregenzer Festspielen in der Regie von Intendant David Pountney seine szenische Uraufführung. Der Lette Mariss Jansons, der nur selten in der Oper dirigiert, wurde von den Kritikern für seine Amsterdamer Neuproduktion von Tschaikowskys «Eugen Onegin» zum Besten seines Fachs gewählt. Achim Freyer wurde für seine Interpretation von Schönbergs «Moses und Aron» an der Oper Zürich mit der Auszeichnung «Regisseur des Jahres» geehrt. Für seine Ratten und weitere Kostüme für Hans Neuenfels' Bayreuther «Lohengrin»-Inszenierung wurde Reinhard von Thannen «Kostümbildner des Jahres». «Bühnenbildner des Jahres» ist Martin Zehetgruber mit seinem «Rusalka»-Raum an der Bayerischen Staatsoper und der beklemmenden «Wozzeck»-Kaserne an der Berliner Staatsoper. Opernwelt

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