Kultur Nachrichten
NS-Raubkunst: Gemälde aus Auktion zurückgezogen

Donnerstag, 20.10.2011, 00:10 Uhr

Warschau / Hamburg - Ein im Zweiten Weltkrieg aus dem besetzten Polen geraubtes Gemälde ist aus einer Auktion in Hamburg zurückgezogen worden. Dies bestätigte die Geschäftsführerin des Auktionshauses City Nord, Dorothée Rather , der Nachrichtenagentur dpa. «Wir werden es nicht versteigern, weil es Eigentumsvorbehalte gibt», sagte sie. Das Porträt des polnischen Königs Jan III. Sobieski sollte am Samstag versteigert werden. Der polnische Generalkonsul in der Hansestadt habe bereits Gespräche mit der Eigentümerin geführt. Die Hamburgerin habe sofort eingewilligt, das Bild zurückzugeben. Dafür müsse die polnische Seite aber nachweisen, dass genau dieses Bild auf der Verlustliste stehe. Das Werk sei bei der Auktion mit gerade einmal 100 Euro angesetzt worden. Wie die polnische Zeitung «Gazeta Wyborcza» berichtete, habe das aus der staatlichen Kunstsammlung in Warschau stammende Bild zur Ausstattung der Diensträume des deutschen Gouverneurs von Warschau, Ludwig Fischer, gehört. Es soll vor der endgültigen Zerstörung Warschaus durch die deutschen Besatzungstruppen im Herbst 1944 nach Deutschland gebracht worden sein. In der Endphase des Krieges hatten die NS-Behörden tausende Kunstwerke aus Polen entwendet, viele wertvolle Sammlungen waren zerstört worden. Auch 66 Jahre nach dem Kriegsende tauchen immer wieder geraubte polnische Kunstwerke in Deutschland auf.

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