In aller Ruhe urteilen
In aller Ruhe urteilen

Dienstag, 08.11.2011, 18:11 Uhr

Klaus Wagenführ lässt sich nicht hetzen. „Wer hier ins Gefängnis kommt“, so spricht er von der Richterbank des schäbigen Amtsgerichts herab, „entscheide immer noch ich. Und zwar in aller Ruhe.“ Anders das Bild seiner Gegenspielerin. „Sie sehen aus wie eine, bei der es schnell geht“, sagt der junge Kommissar anerkennend. Auch Simon, der „Vollpfosten“, der als Feuerteufel verdächtigt wird, ist voll des Lobes für die neue Staatsanwältin: „Die fragt doch gar nichts Schlimmes.“

Dass am Ende der Oberbrandmeister von Büdringhausen in den Knast wandert, zusammen mit seinem Schwager, dem örtlichen Versicherungsagenten („Ich sage immer: Es gibt fünf Fälle - vier grammatikalische und einen Schadensfall“), gehört zu den Skurrilitäten des neuen „ Henker & Richter“-Krimis. Am Montagabend feierte die Serie, die morgen unter dem Dach der ARD-Vorabendreihe „Heiter bis tödlich“ startet, ihre gut besuchte und belustigt beklatschte Premiere im Cineplex-Kino in Münster.

Angelehnt an den erfolgreichen Eifelkrimi „Mord mit Aussicht“, wie Produzent Mario Krebs verriet, darf der Zuschauer nun die westfälische Variante von „Großstadtzicke trifft Landeier“ erwarten. Vier Autoren haben die Geschichten mit Rike Schmid als Staatsanwältin Saskia Henker aus Düsseldorf und Grimme-Preisträger Martin Lindow als Provinz-Richter ersonnen. Gedreht wurde im westfälischen Haltern, hauptsächlich aber in der Umgebung von Köln.

Zu den idyllischen Bildern vom fiktiven Ort Büdringhausen gesellen sich amüsante Dialoge, bizarre Fälle und schräge Typen - vom Dorftrottel bis zur eigensinnigen Oma. Vor allem der Kommissar wird sich durch seine köstliche Mimik sicher schnell ins Herz der Zuschauer spielen - und Darsteller Golo Euler sich für weitere Rollen empfehlen.

16 Folgen (drei werden gerade noch gedreht) hat die Serie, deren Titel durchaus gewollt an Friedrich Dürrenmatts Buchtitel „Der Richter und sein Henker“ erinnert. „Das haben wir doch alle in der Schule gelesen“, hofft Martin Lindow auf Sogwirkung. Sein Vorbild für die Richter-Rolle: „Mein großer Bruder, der Anwalt“, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. „Jetzt haben wir zwei Robenträger in der Familie.“

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