Ein ganzer Kosmos an Gefühlen
Schuberts Winterreise mit Georg Poplutz und Hilko Dumno

Dülmen-Hiddingsel -

„Eine Straße muss ich gehen, die noch keiner ging zurück“ – das ist die Straße voller Einsamkeit, der Verlorenheit, auch der Verzweiflung und enttäuschten Liebe. Auf ihr macht sich Franz Schuberts imaginäres Individuum auf den Weg in die „Winterreise“, die alles andere als vergnüglich ist. 24 Lieder, 24 Lebensstationen, 24 intensive Erfahrungen mit den Menschen und mit der Gesellschaft. Die wollen und sollen Gestalt annehmen, ganz plastisch. Und ein Publikum erreichen, das im 21. Jahrhundert zu Hause ist, jedenfalls nicht in der Biedermeierlichkeit der Schubert-Zeit.

Sonntag, 22.01.2012, 17:01 Uhr

Ein ganzer Kosmos an Gefühlen : Schuberts Winterreise mit Georg Poplutz und Hilko Dumno
Größtmöglicher Klang und Sorgfalt in der Sprache: Tenor Georg Poplutz Foto: Jochen Kratschmer

Georg Poplutz ist ganz, ganz nahe daran, diese existenziellen Ängste und sehnlichsten Hoffnungen dieses Winterreisenden glaubwürdig erfahrbar zu machen. Bei seinem Liederabend im Haus der Klaviere Gottschling in Hiddingsel jedenfalls schuf Poplutz zusammen mit Hilko Dumno am Klavier eine dichte, spannungsvolle Atmosphäre von enormer Ausstrahlungskraft. Träumerische Fantasien von bunten Blumen und grünen Wiesen wurden lebendig, im krassen Gegensatz dazu die auf Beute spekulierende Krähe. Ein ganzer Kosmos an Gefühlen also.

Den eröffnet Poplutz mit seinem absolut sicher geführten lyrischen Tenor, der wunderschön klingt, offen ist und der vom Timbre her gar nicht so „typisch“ tenoral wirkt. Nirgends Enge, dagegen immer ein Schuss bronzener Farbe statt stählernen Blaus. Das ist für den Liedgesang optimal. Und auch dies: Poplutz setzt auf größtmöglichen Klang und nutzt ganz bewusst die Konsonanten – wie er überhaupt mit Sorgfalt die Sprache formt, den Text deutet und seiner Dramatik nachforscht: „Ich bin zu Ende mit allen Träumen.“

Und Hilko Dumno am Klavier? Er erweist sich als Klavierpartner, der sich nicht vor impulsiven Ausbrüchen scheut, dynamisch genauso fein und sensibel schattiert wie der Sänger, einen Anschlag kultiviert, der ein wenig zum Leggiero tendiert. Zwei individuelle Künstler also, die gut zueinander passen. Gerade auch wenn sie sich auf die „ Winterreise “ machen.

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