Virtuosin des Entertainment
Whitney Houston zahlte durch ihr schwieriges Privatleben auch künstlerisch einen hohen Preis

Los Angeles - Wer am Sonntag die Nachricht hörte, dass die Soul-Diva Whitney Houston gestorben ist, mochte unwillkürlich an den Tod der Amy Winehouse vor einem halben Jahr denken. Schon wieder, so scheint es, haben Alkohol- und Drogensucht einen talentierten Menschen aus dem Showgeschäft dahingerafft.

Sonntag, 12.02.2012, 17:02 Uhr

Virtuosin des Entertainment : Whitney Houston zahlte durch ihr schwieriges Privatleben auch künstlerisch einen hohen Preis
Whitney Houston bei einer Deutschland-Tournee in den 90er Jahren. Foto: dpa

Und doch weisen die Fälle der beiden Sängerinnen, trotz offenkundiger Parallelen, erhebliche Unterschiede auf. Denn während die Engländerin Amy Winehouse , aus kleinen Verhältnissen stammend, schon früh als aufmüpfiger Teenager auffiel und mit Drogen und Alkohol in Berührung kam, gehörte die Amerikanerin Whitney Houston zu Beginn ihrer Karriere einer vergleichsweise heilen Welt an. Sie hatte gemodelt und war mit ihrer Mutter in Kirche und Clubs als Gospelsängerin aufgetreten, ehe ein Plattenvertrag sie in die Sphäre des Ruhms katapultierte.

Dort blieb sie über viele Jahre erfolgreich, konnte auch kleinere Dämpfer in ihrer Karriere immer wieder auffangen: So wurde die Rivalität zur etwas jüngeren Mariah Carey mit einem erfolgreichen Pop-Duett glänzend als freundschaftliches Miteinander verkauft. Mit 30 Jahren, einem Alter, das Amy Winehouse schon nicht mehr erlebte, war sie längst fester Bestandteil der universellen Unterhaltungsindustrie. Und in ihrem Fach eine Virtuosin .

Es war nicht allein die voluminöse Stimme von reizvoller Farbe und großem Umfang, die ihren Gesang prägte; es war vor allem ihr präzises Rhythmusgefühl, war ihre Fähigkeit zu improvisatorischen melodischen Verzierungen, auch ihr Vermögen, der Stimme unterschiedliche Farbnuancen zu entlocken. Dass sie überaus sauber sang, versteht sich am Rande. Ähnliche Fähigkeiten bei gänzlich anderer Stimme besaß ursprünglich auch Amy Winehouse. Die Unterschiede liegen eher in dem, was sie sangen: Amy Winehouse schlug aus ihrer Biografie die Funken für eigene Songs, in denen es auch um die Weigerung gehen konnte, an der „Rehab“ teilzunehmen.

Whitney Houston hingegen bot Entertainment, sang etwa davon, dass sie mit irgendjemandem tanzen oder ihn ewig lieben wolle – und gestaltete das auf hinreißende Art. Bei Whitney Houston setzten, nach allem, was man weiß, die persönlichen Katastrophen später, aber nicht minder heftig ein, die scheiternde Ehe oder ein Sorgerechtsstreit gehören dazu. Und dann taten die Drogen ihr zerstörerisches Werk, schädigten den Menschen und, was den Gesang angeht, seine künstlerischen Fähigkeiten.

Wer in Internet-Videos beobachten konnte, wie Whitney Houston verzweifelt eine Gesangslinie zu halten versuchte, musste Mitleid mit dieser ehemals überragenden Sängerin fühlen. Mit nur 48 Jahren ist sie nun gestorben.

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