Ein springendes Reh im Rondell
Das malerische Haus Stapel in Havixbeck präsentiert die Ausstellung „Sense 11“

Mittwoch, 28.11.2012, 18:11 Uhr

havixbeck pdAuf dem Wasserschloss „Haus Stapel“ mischen sich die Zeiten. Die Vergangenheit ragt dort mit beeindruckender Architektur in die Gegenwart. Diente das Schloss gerade noch als Filmkulisse für Dominik Grafs Kinofilm „Die geliebten Schwestern“, kehrt jetzt die Gegenwartskunst in Form der alljährlichen Ausstellungsreihe „ Sense “ ein. Wie in jedem Jahr erhält die Ausstellungsreihe, bei der die dort lebenden und arbeitenden Künstler ihre Ateliers öffnen, ihr besonderes Profil durch die Einladung von Gästen. Diesmal wurden Luzia-Maria Derks und – zum zweiten Mal – Doris Kastner dazu gebeten. Viele Münsteraner werden sich an die spektakuläre Installation von Derks 2008 in der Fahrradstation am Hauptbahnhof Münster erinnern, als sie Fahrradreflektoren zu einem Riesenmobile formte. Bei „Sense“ überrascht sie mit einer Installation im Innenhof des Schlosses. Ein „Springendes Reh“ aus Polycarbonat besetzt das Rondell . Die durchsichtige Form ist mit Einwegfeuerzeugen gefüllt und entwickelt, bei Dunkelheit beleuchtet, einen magischen Reiz. Doris Kastner, die schon 2009 Fensterbilder zeigte, konzentriert sich diesmal ganz auf diesen Aspekt. Sie arbeitet mit der Fensterfront des Haupthauses, wo sie hinter Glas Naturfragmente nachbildet, die den Eindruck erwecken, als sei die Natur von außen nach innen gekehrt. Diese Umkehrung entfaltet ihren ganzen Zauber vor allem in der Dämmerung, wenn sie mit Raumlicht als Hintergrundstrahlung wieder nach außen zurückgesendet wird. Zu den Atelierkünstlern: Einen Zauber anderer Art umgibt die zarten Kleinplastiken Angelika Schlüters, die Mitveranstalterin der Schau ist. Die Fragilität und immaterielle Präsenz ihrer Figuren steigert sich durch die Konfrontation mit Eisenschrott. Der poetische Reiz, der sich daraus entwickelt, ist auch Thema der Bildwelten, die Schlüter in Form von Assemblagen vorstellt. Die Bilder und Grafiken von „Sense“-Mitbegründer Udo Achterholt nehmen sich aus wie Wegweiser zur Entschleunigung. Eine zeit- und bewegungslose Ruhe wohnt ihnen inne. In der Orangerie finden sich Herbert Schoppmanns großformatige, ungegenständliche Bilder, die vom Kontrast, von Dynamik und dem Nebeneinander von Dichte und entgrenztem Raum leben. Außerdem präsentiert er seinen Roman: „Die Kunst ist im Keller“. Die Ausstellung findet am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr statt.

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