Feengleiches barockes Flair
Alison Balsom und Concerto Köln im H 1

Münster -

Das Publikum der Schoneberg-Reihe applaudierte begeistert. Denn Trompeterin Alison Balsom und das Orchester Concerto Köln hatten ein buntes, sehr englisches Programm im Gepäck, das sie überzeugend auf die Bühne brachten. Balsom, im fließenden weißen Kleid, sah so gut aus, wie sie spielte. Eine sportliche junge Frau mit kraftvollem, sicherem Ansatz, der auch am Ende noch jede Dynamik und Lage intonationssicher möglich macht. Trompeterkollege Wolfgang Gaisböck, Dozent an der Bruckner-Universität Linz, blies als selbstbewusster, virtuoser Partner.

Sonntag, 02.12.2012, 17:12 Uhr

Feengleiches barockes Flair : Alison Balsom und Concerto Köln im H 1
Heftig beklatscht: Alison Balsom und das Orchester Foto: heh

Concerto Köln hatte zwar nicht jedes Instrument als Nachbau des barocken Vorgängers dabei (obwohl die Streicher barocke, anders geformte Bögen verwendeten), überzeugte aber mit großer Musikalität, schönen Einzelleistungen und barockem Stil. Geformt von Flötist Martin Sandhoff und beflügelt von Impulsen der grandiosen jungen Konzertmeisterin gelang hier alles. Überwiegend waren es virtuose Orchesterstellen und ein Arrangement der Oper „The Fairy Queen“ von Henry Purcell , mit denen die Trompeterin Alison Balsom brillierte. Denn die Barocktrompete wurde mangels Ventilen einst etwas anders eingesetzt als moderne Instrumente: Naturtöne, dafür ein etwas weicherer, leiserer Klang und hohe Clarintöne sind möglich. Nicht unbedingt der modernen Trompete unterlegen, aber eben anders. Das können auch die Intonationslöcher für die rechte Hand, mit denen beide Trompeten am Samstag bestückt waren, nicht verdecken. Englischer Barock von Purcell bis Händel, etwas John Stanley – das Concerto für Streichorchester mit hübscher dreistimmiger Fuge im zweiten Satz und der schönen Kadenz der Konzertmeisterin im dritten Satz – erklang. Als Zugabe dann Jeremiah Clarkes „The Prince of Denmark’s March“, auch als „Trumpet Voluntary“ bekannt: Hier von Balsom nicht mit der strahlenden Heftigkeit eines Maurice André und seiner modernen Trompeten geblasen, sondern mit fast feengleichem barockem Flair .

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