Kultur
Wiener Kunstkammer öffnet wieder

Wien (dpa) - Das berühmteste Salzfass der Welt aus Gold, ein Pokal aus Rhinozeroshorn, ein aufwendig geschnitztes Brettspiel: Die Wiener Kunstkammer zeigt nach zehn Jahren Renovierungsarbeit den unbezahlbaren und teils exotischen Schatz der Habsburger wieder.

Mittwoch, 27.02.2013, 16:02 Uhr

Besucher werden bei ihrem Rundgang im Kunsthistorischen Museum in die vergangene Zeit adeliger Herrscher entführt. Einzigartige Gold- und Silberschmiedearbeiten, Skulpturen aus Bronze oder Elfenbein und Gefäße aus Bergkristall: Zu sehen gibt es viel in der ab Freitag wieder geöffneten Kunstkammer . Als «Ort des Staunens und des lustvollen Lernens» wollte Museumsdirektorin Sabine Haag die Schau nach der langen Schließung auslegen. 18 Millionen Euro investierte der österreichische Staat mit Beteiligung des Museums in die Neugestaltung. Von einem «historischen Tag» für den Kulturstandort Österreich sprach Kulturministerin Claudia Schmied am Mittwoch in Wien .

Denn die Tradition der Kunstkammer ist mit Wien fest verwurzelt: Bereits im Mittelalter begannen die Habsburger ihre eigene Kunstkammer zu füllen. Über Jahrhunderte sammelte das Adelsgeschlecht kostbare Gegenstände. Lange durften nur hochrangige Besucher die eigens errichteten Schatzkammern betreten. Erst 1891 wurden Teile der Exponate in Wien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dabei wird auch heute nur ein Teil der erhaltenen Sammlung gezeigt. Lediglich 2200 Stücke der 8000 inventarisierten Kunstobjekte finden den Weg aus den Depots in die Schau. «50 Bergkristall-Pokale bereiten nicht mehr Freude als die fünf besten», sagte Kurator Franz Kirchweger zur Begründung.

Dabei zog bereits im Vorfeld eine Kostbarkeit die Aufmerksamkeit besonders auf sich: Das berühmte goldene Salzfass «Saliera» von Benvenuto Cellini (1500-1571) wurde 2003 spektakulär aus dem Museum gestohlen. Ermittler brauchten drei Jahre, um die Renaissance-Skulptur wiederzufinden. Nach einer langen Restaurierung zeigt sich das Salzfass nun erstmals wieder im alten Glanz.

Die Präsentation der Preziosen auf 2700 Quadratmetern ist aber nicht an die alten Schatzkammern des Adelsgeschlechts angelehnt. «Wir wollten die Sammlung ins 21. Jahrhundert führen», sagte Kirchweger. In 20 prunkvollen Räumen des Museums wird die Aufmerksamkeit ganz auf die Schätze gelenkt. In schlichten Vitrinen mit unaufdringlichen Objektbeschreibungen stehen die Exponate gut ausgeleuchtet.

Mit dem Einsatz neuer Medien schafft es das Museum, die alten Kunstwerke in die Gegenwart zu holen. Gleich zu Beginn der Schau zeigen sich etwa unter einer abgedunkelten Glaswand antike Spielkarten, wenn man einen Bewegungssensor mit der Hand betätigt. Daneben gibt es auf gleicher Höhe Monitore mit Erklärungen zu den Spielkarten zum digitalen Durchblättern. Wer eine Pause braucht, nimmt auf Sitzbänken mit integrierten iPads Platz.

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