Kultur
Akademie der Künste kritisiert «Tannhäuser»-Absetzung

Berlin (dpa) - Auf die Düsseldorfer Rheinoper wächst der Druck, die wegen brutaler Nazi-Szenen abgesetzte «Tannhäuser»-Inszenierung wieder auf die Bühne zu bringen.

Mittwoch, 15.05.2013, 17:05 Uhr

Der Präsident der Akademie der Künste in Berlin , Klaus Staeck , forderte Rheinoper-Intendant Christoph Meyer auf, die umstrittene Inszenierung zu den nächsten Terminen nicht nur konzertant, sondern in ihrer ursprünglichen Form zu zeigen. Keine ästhetische Einschätzung oder inhaltliche Debatte rechtfertige es, die Inszenierung nach nur einer Vorstellung abzusetzen, schrieb Staeck am Mittwoch in einem offenen Brief an Meyer und den Regisseur Burkhard C. Kosminski.

«Kunst - gleich welcher Güte! - ist keine Schönwetterangelegenheit!», schrieben Staeck und seine Kollegen. «Ob sie irrt oder im Recht ist, misslungen ist oder brillant, muss diskutiert werden.» Sollte die Inszenierung etwa durch eine «bedrängende Bildsprache» das gesundheitliche Wohlbefinden von Zuschauern gefährden, «so kann davor gewarnt werden». Sie ganz zurückzunehmen, sei der falsche Weg.

Meyer hatte die Inszenierung mit drastischen Gaskammer- und Erschießungsszenen nach empörten Reaktionen vieler Zuschauer nur vier Tage nach der Premiere abgesetzt. Er lässt die Wagner-Oper nur noch konzertant aufführen. Mehrere Zuschauer hatten sich nach der Premiere in ärztliche Behandlung begeben müssen. Die Gesundheit gehe über die künstlerische Freiheit, hatte Meyer seine Entscheidung begründet.

Staeck forderte, die Oper am 19. und 30. Mai sowie am 2. Juni in Kosminskis ursprünglicher Interpretation zu zeigen, damit Interessierte sich eine eigene Meinung bilden könnten.

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