Gedenkstätten
Kohl würdigt Käthe Kollwitz für Friedensengagement

Berlin (dpa) - Altkanzler Helmut Kohl hat bei der Enthüllung eines Denkmals für Käthe Kollwitz (1867-1945) an die Verpflichtung zu Frieden und Verständigung erinnert.

Mittwoch, 26.06.2013, 15:06 Uhr

Die Künstlerin habe zeitlebens in großartiger Weise für diese Ideale gekämpft, sagte der 83-Jährige am Mittwoch bei einer Feierstunde in Berlin . «Wenn für uns Deutsche der Weg des Friedens selbstverständlich geworden ist, hat Käthe Kollwitz einen großen Anteil daran.»

Das neue Denkmal ist Teil der «Straße der Erinnerung» am Spreebogen im Berliner Stadtteil Moabit. Die von dem Immobilien- und Gesundheitsunternehmer Ernst Freiberger gegründete Stiftung ehrt mit den dort aufgestellten Büsten deutsche Persönlichkeiten, die sich mutig für die Menschenwürde eingesetzt haben. Vertreten sind etwa Albert Einstein, Georg Elser, Ludwig Erhard und Walther Rathenau.

Stiftungsgründer Freiberger nannte es eine große Ehre, dass der «Kanzler der Einheit» an der Feierstunde teilnahm. Kohl hatte sich zu seiner Regierungszeit dafür eingesetzt, die Kollwitz-Skulptur «Mutter mit totem Sohn» zum Mittelpunkt der zentralen deutschen Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Neuen Wache Berlin zu machen.

Weitere Teilnehmer der Feierstunde am Mittwoch waren unter anderem Kohls zweite Frau Maike, Verlegerin Friede Springer, Berlins Ex-Regierungschef Eberhard Diepgen sowie Erbprinz Eduard von Anhalt. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, würdigte Käthe Kollwitz in einer Laudatio.

1867 im preußischen Königsberg geboren, gilt die Handwerkertochter mit ihren ausdrucksstarken Skulpturen, Lithografien und Holzschnitten als eine der bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie starb am 22. April 1945, nur wenige Tage vor dem Ende von Krieg und Naziregime, im sächsischen Moritzburg.

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