Ein Vampir beherrscht den Wind
Bei der „Nosferatu“-Aufführung des Dülmener Sommertheaters spielte sogar das Wetter mit

Dülmen -

Plötzlich fegt, ebenso kurz wie heftig, eine Windböe über den Platz. Lässt kurz die Gaze-Bahnen wirbeln, die an der Bühne hängen, und gibt dem Verschlag, unter dem die Musikerin wirkt, einen kräftigen Stoß. Flugs sind Helfer zur Stelle und richten den Aufbau wieder her. Und das Publikum staunt: Hat der Wind doch gerade in jenem Augenblick zugeschlagen, als zum ersten Mal der Name des furchtbaren Helden genannt wird: „Nosferatu“.

Mittwoch, 31.07.2013, 17:07 Uhr

Auf dem Marktplatz in Dülmen lässt das „N. N. Theater“ die Welt des Vampirs Nosferatu mit den Mitteln des Stummfilms aufleben. Der furchtbare Blutsauger (Michl Thorbecke, r.) beobachtet stumm sein Opfer.
Auf dem Marktplatz in Dülmen lässt das „N. N. Theater“ die Welt des Vampirs Nosferatu mit den Mitteln des Stummfilms aufleben. Der furchtbare Blutsauger (Michl Thorbecke, r.) beobachtet stumm sein Opfer. Foto: Wilfried Gerharz / Kristina Kerstan

Mit einem Vampir ist nicht zu spaßen, das merken die Zuschauer während der ersten Sommertheater-Vorstellung auf dem Dülmener Marktplatz. Das „N. N. Theater“ aus Köln , regelmäßiger Gast im Münsterland, hat sich die klassische Filmversion des Dracula-Stoffes von Friedrich Wilhelm Murnau zum Vorbild genommen: Kein smartes Jüngelchen kommt, wie in den modernen Varianten, als Blutsauger daher, sondern ein gar schröck­liches Wesen mit Hasenzähnen, Fledermausohren und gefährlich langen Fingernägeln. Der legendäre Max Schreck hat einst diesen Untoten verkörpert, der in London ein Haus kaufen will und aus seiner Heimat Transsylvanien das Grauen mitbringt – später trat Klaus Kinski in seine Fußstapfen.

Dülmener Sommer: "Nosferatu" als Straßentheater

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Dass der Vampir allerdings auch über Regen und Wind gebietet, war der besondere Vorzug des Auftritts in Dülmen . Denn auch als Nosferatu seinen braven Besucher Jonathan schon gebissen und sich in den Westen aufgemacht hatte, spielte das Wetter mit. Pünktlich zur Schiffsreise, als die Schauspieler den Song „What shall we do with the drunken Sailor“ anstimmten, verdichtete sich der leichte Nieselregen zur kräftigen Gischt, die aber nur wenige Zuschauer zur Flucht nötigte. Die meisten harrten aus, bis der beißende Bösewicht zu den Sonnenstrahlen der Scheinwerferbatterie sein Leben ausröchelte.

Regisseur George Isherwood orientierte sich in seiner Version zwar an Murnaus expressionistischer Stummfilm-Ästhetik, verwies aber mit den Namen und Schauplätzen auf die Romanvorlage Bram Stokers und gab der Aufführung ein kurzes Vorspiel, das auf die historische Figur des blutrünstigen Grafen Vlad verwies. Musikerin Antje von Wrochem (an diversen Instrumenten) stimmte zwischenzeitlich ein Lied über „Vlad Dracul“ an.

Aber auch ohne das Wissen um die Geschichte des Stoffes hatte man ein pralles Theatervergnügen. Zumal die vier Darsteller und die Musikerin auch lustige Szenen wie die gruselige Kutschfahrt zum Schloss servierten oder mit Schattenspielen der Kino-Optik frönten. Im großen Applaus des regenfeuchten Publikums durfte dann auch der Blutsauger baden.

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