Erstes Sinfoniekonzert der neuen Saison
Ein Marathon zum Saisonauftakt

Münster -

Gut erholt kam man ins Theater, den Kopf frei für aufregende musikalische Sachen in der jetzt startenden Saison. Und dann gleich Gustav Mahlers 6. Sinfonie, dieser Riesenbrocken, ein Marathon von neunzig Minuten!

Mittwoch, 11.09.2013, 18:09 Uhr

Was stellt man Mahlers Sechster an die Seite? Etwas ganz, ganz anderes. Mozarts D-Dur-Violinkonzert zum Beispiel. Da ist die Welt noch in schönster Ordnung, und hier darf eine Ausnahmegeigerin wie Mirijam Contzen ihre ganze Brillanz im Umgang mit ihrem Instrument offenbaren. Wenn Mozart mit seiner Musik „einen Himmel öffnet“, dann reißt Mahler schroff die Erde auf und gibt den Blick frei in deren Abgründe. Finster sieht’s dort aus, was man spätestens nach dem allerletzten Orchesterschlag im Finale wohl begriffen hat. Aber bis dahin vergeht jede Menge Zeit, in der Mahler den ganzen Antagonismus von Triumphgeheul und Katastrophischem ausbreitet. Denn „schöne Stellen“ tragen immer schon ihre eigene Negation in sich, werden kassiert. Oder markieren ein uneingelöstes Versprechen – wie das Gebimmel der Kuhglocken, das wohl niemand als ernsthaftes Bild einer Alm-Idylle auf hohen Bergen missverstehen kann. Dennoch hätte Dirigent Fabrizio Ventura es ein klein wenig deutlicher klingen lassen können. Insgesamt aber gelang ihm und seinem von den Bielefelder Philharmonikern verstärkten Orchester eine tief beeindruckende, von schroffen Gegensätzen bestimmte Interpretation: kantig in den Marschpartien, dann wieder fratzenhaft, ja gespenstisch, wenn das Streicherkollektiv im Scherzo die Saiten mit dem Holz des Bogens traktiert; tiefes Blech kriecht wie schleichendes Gewürm, das hohe Holz klappert wie Knochen an einem Skelett.

Dann das Finale, ein halbstündiger Kampf. Nach Sekunden der Ergriffenheit machten sich tosender Applaus und Standing Ovations breit. Ein notwendiges Ventil!

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