Schenkung für Droste-Stiftung
Aus Leidenschaft für Annette

Havixbeck -

Wer sagt, dass in Trauungszimmern nur getraut werden darf? Gestern Mittag war der entsprechende Raum auf der Burg Hülshoff der Ort, an dem die seit 2012 existierende Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung großzügig beschenkt wurde: Das münsterische Ehepaar Liselotte und Helmut Folkerts übereignete der Stiftung ihre Sammlung mit Objekten zu Person, Leben und Werk der Dichterin aus Westfalen, die 300 Exponate umfasst – darunter Originale von Otto Pankok und Otmar Alt.

Montag, 09.09.2013, 18:09 Uhr

Liselotte Folkerts präsentiert hier ein Bild des Künstlers Otmar Alt. Er hielt die Droste in besonders eigenwilliger Farben- und Formensprache fest.
Liselotte Folkerts präsentiert hier ein Bild des Künstlers Otmar Alt. Er hielt die Droste in besonders eigenwilliger Farben- und Formensprache fest. Foto: Jürgen Peperhowe

Dr. Barbara Rüschoff-Thale , LWL-Kulturdezernentin und Stiftungsvorstandsvorsitzende, sprach von einer „fantastischen Sammlung“. Sie soll die Präsentation im künftigen Zentrum für Literatur schmücken, das in der Burg vor den Toren Havixbecks seinen Standort haben wird. Dort, so Dr. Jochen Grywatsch von der LWL-Literaturkommission für Westfalen , solle „die Rezeption der Droste ganzheitlich nachgezeichnet werden – nun auch künstlerisch“.

Und warum Annette? „Sie ist unsere Vorzeigedame, heute noch!“, antwortet Liselotte Folkerts mit Nachdruck auf die Frage, warum sie Kunst zur Droste sammelte. Ihr Vater, der Universitätsbibliothekar, gab den Anstoß. Er hatte ein Bild der Droste im Zimmer hängen, er schenkte seiner Tochter 1942 ein Exemplar der „Judenbuche“. Damit war der Keim gelegt. Doch erst, als die heute 73-Jährige mit ihrem Mann Helmut, inzwischen 92, in den 1970er Jahren in Münster Fuß fasste, nahmen die bekennenden „Bilderfreunde“ ihre Sammelleidenschaft auf. Damals fielen Liselotte Folkerts erste Stücke zur Droste in die Hand, darunter ihr „Lieblingsstück“: ein Holzschnitt von Otto Pankok mit der „lieblichen Annette“ drauf.

„Es gibt viele Bilder, auf denen sie nicht lieblich aussieht“, sagt Liselotte Folkerts. Um sogleich eine weitere Anekdote nachzuschieben: Otmar Alt, der bei Hamm lebt, war 1986 gebeten worden, ein modernes Bild für ein Buch von Liselotte Folkerts über Haus Rüschhaus zu malen. Doch er porträtierte die Droste – in einer Art, die Folkerts zunächst „einen leichten Schock“ versetzte. Gestern gehörte das moderne Werk neben Pankoks Porträt, einer Skulptur von Werner Benkhoff und einer Porzellanplakette, zu den Stücken, die Lust machten auf mehr.

Auf rund 100 000 Euro bezifferte Liselotte Folkerts selbst den Wert ihrer über viele Jahre zusammengetragenen Sammlung. Die zur Freude von Barbara Rüschoff-Thale von Liselotte Folkerts auch digital dokumentiert vorliegt.

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