Fernsehquoten
„Tatort“ läuft Unterhaltungssendungen den Rang abläuft

Es ist etwas in Schieflage geraten im Fernsehen: Während selbst „Wetten, dass...?“, das Show-Flaggschiff des ZDF, derzeit mit (Quoten-)Trend nach unten durch unruhige See steuert, befindet sich der „Tatort“ in der ARD im Aufwind.

Samstag, 07.12.2013, 10:12 Uhr

Zuschauerzahlen von acht bis zehn Millionen, die früher ein Thomas Gottschalk als Wettshow-Präsentator locker abfischte, sacken inzwischen nur noch hochrangige Sportereignisse ein – und eben die Krimireihe im Ersten, die sich 2013 zwar um etliche Teams erweiterte, trotz dieser Inflation aber die TV-Shows als „Lagerfeuer der Nation“ abgelöst hat.

Marshall McLuhan , der 1980 verstorbene Kommunikationstheoretiker, war es, der in den 1960er Jahren den „Lagerfeuerbegriff“ für das Fernsehen prägte. Laut einer Forsa-Umfrage, so ist im aktuellen WDR-Magazin „Print“ nachzulesen, liefert es für 61 Prozent der Befragten noch immer von allen Medien den meisten Gesprächsstoff.

Um die „Lagerfeuer“-These zu untermauern, zitiert der Sender, der die ARD-Krimireihe mit Teams aus Dortmund, Köln und Münster bestückt, einen der führenden „ Tatort “-Forscher. „Die Reihe“, sagt Stefan Scherer, Professor für Neuere Deutsche Literatur am Karlsruher Institut für Technologie , „erzielt Quoten, die nur noch von der ,Tagesschau’ oder großen Sportereignissen übertroffen werden. Dabei erreicht sie sämtliche Generationen.“

Krimidrehorte vom Tatort und Wilsberg

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  • Das Antiquariat Solder dient als Dreh- und Angelpunkt von Wilsberg.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der Prinzipalplatz von Münster ist immer ein Teil im Tatort und Wilsberg Krimi.

    Foto: Markus Lehmann
  • Auch von diesem Winkel aus wird der Prinzipalplatz gerne genutzt.

    Foto: Markus Lehmann
  • Ein weiterer bekannter Drehort: Der Aasee.

    Foto: Markus Lehmann
  • In Münsters Szene-Hafen ist Wilsbergs Patentochter als Rechtsanwältin tätig.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der Friedensaal diente schon als Drehort für beide Krimis.

    Foto: Markus Lehmann
  • Das Amtsgericht musste in den älteren Wilsberg-Folgen als Stadtverwaltung herhalten.

    Foto: Markus Lehmann
  • Dieses Universitätsgebäude dient im Wilsberg als Polizeirevier.

    Foto: Markus Lehmann
  • Bei einem Tatort wurde der Hafen-Kran in einer Schluss-Szene verwendet.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der alte Sitz des Aschendorff-Verlages diente im Tatort als eine Großbäckerei.

    Foto: Markus Lehmann
  • Im Bankhaus Lampe war im Tatort ein Priesterseminar untergebracht.

    Foto: Markus Lehmann
  • Auch die Redaktionszentrale der WN war schon Drehort für eine Wilsberg-Folge.

    Foto: Markus Lehmann
  • Das Universitätsschloss wird gerne als Drehort von beiden Münsterkrimis verwendet.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der Domplatz ist ein gern genutzter Hintergrund für beide Krimis.

    Foto: Markus Lehmann

Was wohl auch daran liegt, dass die ARD-Anstalten inzwischen parallel zur Ausstrahlung viele Online-Angebote machen. Beim jüngsten Münchner „Tatort“ stellte sich Regisseur Dominik Graf Kommentaren live im Chat. Beim wegen seiner physischen Gewalt auf einen spätere Sendetermin verlegten Kölner „Tatort“ am 15. Dezember wird es ein WDR-Redakteur ebenso halten.

Zudem sorgen auch Filmfiguren für Verwirrung auf den Realitätsebenen, wie der WDR schreibt: „Silke ,Alberich’ Haller und Professor Boerne sind beide bei Facebook zu finden.“ Und als Alina Levchin als Praktikantin im ersten „Tatort“ aus Erfurt anstelle eines Schreibtisches von ihrem schnöseligen Kollegen ein Stück Fensterbank zugewiesen bekam, lautete der Tweet ihrer Filmfigur: „Katzentisch statt Arbeitsplatz! /#nichtwitzig /#ausbeuter /#tatort.“

Dass diese Phänomene vermehrt Wissenschaftler auf den Plan rufen, freut den WDR natürlich. So wird in dem Magazin auch Gebhard Henke als ARD-„Tatort“-Koordinator angeführt, der ständige Dissertationen und Studien zur Krimireihe auf den Tisch bekommt. Aktuell unter anderem eine über die „Darstellung von Leichen im Wandel der Zeit“.

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