Von Bergarbeitern und Dorfrichtern
Erstaufführungen, Entdeckungen: Der Jahresbeginn bietet spannende Theaterpremieren

Münster -

So schön die Feiertage und der Jahreswechsel auch immer sein mögen: Theater-Freaks sind froh, dass es im neuen Jahr endlich wieder mit den Premieren losgeht. Und dabei sind durchaus Entdeckungen zu machen. Wir haben uns aus den Ankündigungen der münsterischen Bühnen und einiger Nachbarn eine Auswahl herausgepickt. ► „Licht unter Tage“ : Das Schauspiel des Theaters Münster kann in der kommenden Woche mit einer europäischen Erstaufführung auftrumpfen: Tennessee Williams’ Stück „Licht unter Tage“ kommt am 16. Januar im Kleinen Haus auf die Bühne – inszeniert von Frank Behnke, der damit an seine Erstaufführung der „Frühlingsstürme“ anknüpft. Es geht um eine Arbeitersiedlung in Alabama zur Zeit der Großen Depression: „Bram hat sein Leben lang im Bergbau geschuftet und sich dabei Gesundheit und Existenz ruiniert. Söhne und Enkel arbeiten ebenfalls unter Tage. Allein die Mütter kämpfen darum, ihren Kindern neue, individuelle Lebensperspektiven zu ermöglichen. Doch dann kommt es zum Streik ...“ ► „Männerhort “: Ungleich heiterer geht es in der ersten Premiere des Wolfgang-Borchert-Theaters im neuen Jahr zu: Kristof Magnussons Komödie „Männerhort“ kommt am 22. Januar heraus: „Auf der Flucht vor ihren shoppingsüchtigen Frauen haben Helmut, Eroll und Lars sich im Keller eines Einkaufszentrums ein geheimes Lager eingerichtet. Hier können sie sich endlich entspannen und ganz sie selbst sein: Mit Bier, Fußball und echten Männergesprächen ...“ Monika Hess-Zanger inszeniert das Stück des deutsch-isländischen Autors. ► „Joseph Süß“ : Münsters Musiktheater startet auch mit einer Herausforderung ins neue Jahr: „Joseph Süß“ heißt die Oper von Detlev Glanert, die in Kooperation mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz München und dem Theater Erfurt produziert wird. In der münsterschen Erstaufführung (am 7. Februar) geht es um den jüdischen Finanzmann Joseph Süß, über den Lion Feuchtwanger den Roman „Jud Süß“ schrieb – von den Nazis zunächst verboten, dann aber als Vorlage für einen antisemitischen Film verwendet. Komponist Detlev Glanert rollt in seiner 1999 uraufgeführten Oper den historischen Fall noch einmal neu auf. Die musikalische Leitung hat Thorsten Schmid-Kapfenburg, Regie führt Guy Montavon. ► „Das hat man nun davon“ : Eine Entdeckung ganz anderer Art serviert, seiner thematischen Ausrichtung entsprechend, das Boulevardtheater Münster am 13. März: In der Regie von Angelika Ober präsentiert es „Das hat man nun davon“ von Wilhelm Lichtenberg, bearbeitet von Heinz Erhardt, der selbst 600 Mal den Finanzbeamten Willi Winzig spielte. Dieser liebenswerte Kerl hat schon seit Jahren aus Mitleid Mahnungen, Steuerstrafen und Zahlungsbefehle in irgendwelchen alten Ordnern verschwinden lassen, um den Betroffenen zu helfen. „Wie es der Zufall will, wird er bei einer dieser Aktionen von seinem Chef Doleschall erwischt. Und das auch noch eine Woche vor seiner Pensionierung! Doleschall droht ihm mit einem Disziplinarverfahren.“ ► „Der zerbrochne Krug“ : Im selben Monat, am 26. März, hat eine weitere Komödie Premiere, die allerdings von einem ansonsten sehr ernsten Autor stammt: Das Wolfgang-Borchert-Theater spielt Heinrich von Kleists Klassiker „Der zerbrochne Krug“ mit Meinhard Zanger in der Rolle des Dorfrichters. ► „In Eremo“ : Freunde des Tanztheaters müssen sich bis zum 2. Mai gedulden, ehe sie die erste Neuproduktion des Jahres 2015 sehen können: „In Eremo“ nennt Hans Henning Paar seinen „Tanzabend über die Wüste“. Im Kleinen Haus schildert er sie als Landschaft der Extreme, die den Menschen an seine Grenzen führt.

Dienstag, 06.01.2015, 17:01 Uhr

Im Drama „Frühlingsstürme“ von Tennessee Williams brillierten Florian Steffens und Maike Jüttendonk.
Im Drama „Frühlingsstürme“ von Tennessee Williams brillierten Florian Steffens und Maike Jüttendonk. Foto: Jochen Quast

Jenseits des Münsterlandes sind auch Entdeckungen zu machen. Das Theater Bielefeld bringt am 17. Januar die selten gespielte Oper „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ von Frederick Delius heraus. Am gleichen Tag zeigt das Theater Osnabrück die „Soldaten“ von Manfred Gurlitt . Das Bochumer Schauspielhaus führt am 31. Januar eine Neuinszenierung von Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ auf.

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