Fünftes Sinfoniekonzert mit Werken von Dvořák und Martinu
Zwei brillante Tschechen

Münster -

Das fünfte Sinfoniekonzert der laufenden Konzert-Saison im gut besuchten Großen Haus des Theaters Münster porträtierte am Dienstagabend die beiden großen tschechischen Komponisten Antonín Dvořák und Bohuslav Martinu. In Martinus „Konzert für Violine und Orchester Nr. 2“ brillierte Münsters Erste Konzertmeisterin Midori Goto als Solistin.

Mittwoch, 18.02.2015, 19:02 Uhr

Die Biografien der beiden Komponisten belegen gleich mehrere Verbindungen untereinander sowie parallele Wege: Martinu war Violin-, Orgel- und Kompositionsschülerschüler von Dvořáks Schwiegersohn Josef Suk. Sowohl Dvořák als auch Martinu verbrachten einige prägende Schaffensjahre in den Vereinigten Staaten . Und doch erscheinen Werk und Musik der beiden heute in einem völlig unterschiedlichen Licht.

Genau wie die abschließende 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt” zählt auch Dvořáks anfänglich dargebotene sinfonische Dichtung „Der Wassermann“ zu seinen späten Werken . Darin führt Stefan Veselka das Sinfonieorchester der Stadt Münster nach geradezu berstenden einleitenden Tuttiklängen bald durch fein balancierte chromatische Motive. Sehr schön gelangen die vielen faszinierenden farblichen Nuancen und Schattierungen.

Im direkten Kontrast zu Dvořáks folkloristisch inspirierter Programmmusik folgte dann Martinus Violinkonzert. Midori Goto bot in dem über weite Teile in erweiterter Harmonik verfassten Werk geradezu ein Feuerwerk aus Technik und Ausdruck. Damit beeindruckte sie das gesamte münstersche Orchester und führte es zugleich sehr souverän an. Wunderschön fasste sie die feinen tänzerischen Passagen in zarte Strukturen.

Nach der Pause schloss sich dann der thematische Kreis des Konzertabends mit Dvořáks 9. Sinfonie. Genau wie Martinus zum Teil impressionistisch inspirierte Tonsprache basiert das berühmte melancholische Englischhornmotiv des zweiten Satzes der Sinfonie auf pentatonischem Material. Doch in dem vom Orchester wunderschön träumend musizierten harmonischen Kontext wirkte die vertraute Melodie natürlich zutiefst romantisch gebettet.

Das münsterische Publikum zeigte sich an diesem Konzertabend begeistert und dankte den Ausführenden mit lange anhaltendem Applaus.

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