Krefelder setzt sich im Poetry-Slam-Finale auf NRW-Ebene in Münster gegen elf Konkurrenten durch
Jason Bartsch jongliert famos mit der Sprache

Münster -

Wer einen Dichterwettstreit gewinnen will, baut seinen Text nicht auf ein lächerliches „Piep“ auf. Es sei denn, er heißt Jason Bartsch und hat in seiner Jugend mal Jonglieren gelernt. Nicht mit Bällen, sondern mit Sprache. Der Krefelder wirbelt die Worte förmlich durch die Luft. Jugendjargon und traditionelle Redewendungen, Neologismen und Anglizismen verbinden sich hier zu einer Reflexion über Verständigung im Allgemeinen und darüber, was im Lauf der Jahre als jeweils fortschrittlichste Art der Kommunikation galt. Irgendwann bringt er dabei auch das gute alte Faxgerät zur Sprache, das ihn mit seinem „Piep“ nachts regelmäßig aus den Schlaf reißt.

Montag, 04.05.2015, 06:05 Uhr

Sieger in Münster:  Jason Bartsch aus Krefeld
Sieger in Münster:  Jason Bartsch aus Krefeld Foto: Jasny

Die nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Jury fand den Text so gut, dass sie Bartsch zum Sieger des NRW Poetry Slams wählte, dessen Finale am Samstag im Großen Haus des Theaters Münster über die Bühne ging. Mehrere Hundert Slammer hatten sich für das seit 2008 jährlich stattfindende Spektakel beworben, erklärte Moderator Marian Heuser. 41 davon wurden als Teilnehmer für die Vorrunden ausgewählt, zwölf traten dann im Finale gegeneinander an. Der Sieger nimmt im November an der deutschsprachigen Meisterschaft in Augsburg teil.

Für die 800 Zuschauer im ausverkauften Großen Haus war es ein langer, aber höchst unterhaltsamer und abwechslungsreicher Abend, weil er die ganze Bandbreite dieser speziellen Form der Dichtkunst zeigte. Zwar setzte das Gros der Teilnehmer auf Humor, dennoch gab es auch einige ernstere Töne zu hören. Großen Mut bewies Tobias Engbring aus Greven. Er versetzte sich in die Psyche eines Mannes, der sich von Kindern angezogen fühlt, und beschrieb, wie dieser mit sich kämpft, damit seine sexuelle Neigung nicht irgendwann zur Tat wird.

Ähnlich sprachspielerisch wie der Siegertext mutete der Vortag von „Christofer mit f“ aus Duisburg an, der mit nur einem halben Punkt Rückstand den zweiten Platz belegte. Sein „Rap eines Lateinlehrers“ verquirlt die Sprache der alten Römer mit aktuellem Hip-Hop.

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