Archäologie
Archäologen entdecken Friedhöfe aus der Bronzezeit

Dresden/Lauchhammer (dpa) - Archäologen haben im Zuge der Sanierung einer Ferngasleitung über 3000 Jahre alte und gut erhaltene Friedhöfe gesichert. Die jahrtausendalten Gräber geben Aufschluss über Bestattungskultur, Jenseitsvorstellungen und vieles mehr.

Mittwoch, 24.06.2015, 15:20 Uhr

Länger als ein Jahr untersuchten die Archäologen entlang einer 50 Kilometer langen Trasse zwischen Lauchhammer im südlichen Brandenburg und Weißig im Norden von Sachsen eine Fläche von etwa zwei Hektar. Das teilte das Landesamt für Archäologie in Dresden  bei der Präsentation zahlreicher Funde und Befunde der Bronzezeit (1400 bis 800 v. Chr.) mit.

Die gesicherten Gräberfelder mit erhaltenem Leichenbrand gäben Auskunft über Bestattungssitten, Jenseitsvorstellungen und Totenkult der schriftlosen Kultur, sagte Landesarchäologin Regina Smolnik . Überreste von Siedlungen zeugten zudem vom Leben der Menschen und ausgefeiltem Handwerk.

Die Ausgräber bargen neben kunstvoll gestalteten Keramikurnen dieser Zeit Grabbeigaben wie Schmuck, eine bronzene Haarnadel und Werkzeuge. Da damals noch nicht mit so hohen Temperaturen verbrannt werden konnte, sei in den Gefäßen keine feine Asche, erklärte eine Sprecherin der Behörde. «Anhand der Knochenstücke kann man Alter, Geschlecht und Krankheit der Toten bestimmen.» Deren Überreste sind zudem anatomisch korrekt in die Urnen geschichtet worden - Füße unten, Kopf ganz oben.

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