Im Farbenrausch der Moderne
Kunsthalle Emden zeigt Expressionisten-Ausstellung mit Werken aus dem „Museum der Phantasie“

Emden -

Zwei Sammler, eine Ausstellung – zur Freude aller Freunde des deutschen Expressionismus. „Ein Fest fürs Auge“ nennt die Kunsthalle Emden eine hochkarätige Schau, die vor allem Werke des „Museums der Phantasie“ zeigt, das Lothar Günther Buchheim am Starnberger See gründete. Sinnvoll ergänzt wird diese Vielfalt durch bedeutende Werke aus der Emdener Sammlung Henri Nannens.

Freitag, 16.10.2015, 17:10 Uhr

Leuchtende Farben sind ein Charakteristikum des Expressionismus – hier Oskar Kokoschka, Im Garten I (Der Besuch) aus dem Jahr 1934.
Leuchtende Farben sind ein Charakteristikum des Expressionismus – hier Oskar Kokoschka, Im Garten I (Der Besuch) aus dem Jahr 1934. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Landschaften, Stillleben, Porträts – insgesamt rund 200 Werke werden gezeigt. Viele zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus , der zu Beginn des 20 Jahrhunderts die Kunstwelt revolutionierte.

Wenn Erich Heckel seinen Künstler-Kollegen Max Pechstein hingefläzt im Liegestuhl porträtiert, ist das für heutige Betrachter angesichts von Badekultur im Ballermann-Format wenig spektakulär. Im Entstehungsjahr 1910 brachte das in rauschhaftem Rot gehaltene Bild eine gänzlich neue Gefühlssprache in die bildende Kunst. Die ersten „Wilden“ der Kunstgeschichte sorgten damals für Furore. Noch heute beeindrucken die Farbexplosionen in vielen Bilder der Expressionisten wie auch in Oskar Kokoschkas „Im Garten I“ von 1934. Lang ist die Liste der großen Künstlernamen, deren Werke in Emden zu bestaunen sind: Erst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Otto Mueller, Max Beckmann, Lionel Feininger, Christian Rohlfs – kaum einer der großen Kreativen der deutsche Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fehlt. Exemplarisch zeigt Karl Schmitt-Rottluffs „Norwegische Landschaft“ wie der expressionistische Maler statt der Natur-Wirklichkeit das Erlebnis des Künstlers zu vermitteln versucht – beeindruckend.

Auch ein besonders Highlight, das seit zwei Jahren die Emder Kunsthalle schmückt, ist in der aktuellen Schau zu bewundern. Im Herbst 2013 entdeckte die Restauratorin Sigrid Pfandlbauer in Emden während der Arbeit an Franz Marcs Gemälde „Die blauen Fohlen“ ein mit zwei Katzen bemaltes Gewebe, das sich unter Marcs Hauptwerk befand – damals eine Sensation.

Heute macht allein diese Entdeckung eine Reise zur Kunsthalle im hohen Norden Deutschlands lohnend.►Die Ausstellung „Ein Fest fürs Auge“ ist in der Kunsthalle Emden noch bis zum 24. Januar 2016 zu sehen, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr, am Wochenende  11 bis 17 Uhr

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