Neues Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg
Eröffnung am Freitag

Tecklenburg -

Es ist wie die wundersame Heimkehr eines Künstlers. Werner Friedrich, Sprecher des Förderkreises, spricht von einem „vierfachen Glücksfall“.

Donnerstag, 22.10.2015, 16:10 Uhr

Neues Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg : Eröffnung am Freitag
Antje Modersohn, Enkelin des Malers Otto Modersohn (1865-1943), freut sich über das neue Museum, das am Freitag in Tecklenburg eröffnet wird. Foto: Wilfried Gerharz

Antje Modersohn schließlich, die Enkelin des Malers Otto Modersohn (1865-1943), zeigt sich "überwältigt“ vom neuen Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg . Am Freitag wird es feierlich eröffnet. Das Tecklenburger Land und damit auch ganz Westfalen haben einen neuen kulturellen Markstein und Glanzpunkt zu bieten.

Modersohn und Tecklenburg? Das ist keine künstliche, sondern eine enge biografische und künstlerische Verbindung, die zwischen 1888 und 1892 wunderbare und reichhaltige Früchte trug. Damals quartierte sich der aus Soest stammende und an der Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildete Otto Modersohn mehrfach für kürzere oder längere Zeit bei seinem älteren Bruder Wilhelm ein, der inzwischen Amtsrichter in Tecklenburg war. „Er hat sich hier freigemacht von den Zwängen der Düsseldorfer Akademie“, sagt Antje Modersohn, die mit ihrem Mann Rainer Noeres vom Fischerhuder Modersohn-Museum aus stets die Verbindung nach Westfalen, insbesondere nach Münster und Tecklenburg, hielt.

Das neue Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg

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  • In Tecklenburg wurde ein neues Otto-Modersohn-Museum eröffnet.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In Tecklenburg wurde ein neues Otto-Modersohn-Museum eröffnet.

    Foto: Ruth Jacobus
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    Foto: Wilfried Gerharz
  • Antje Modersohn, Enkelin des Malers Otto Modersohn (1865-1943), freut sich über das neue Museum, heute in Tecklenburg eröffnet wird.

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    Foto: Wilfried Gerharz
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    Foto: Wilfried Gerharz
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    Foto: Wilfried Gerharz
  • Antje Modersohn, Enkelin des Malers Otto Modersohn (1865-1943), freut sich über das neue Museum, heute in Tecklenburg eröffnet wird.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In Tecklenburg wurde ein neues Otto-Modersohn-Museum eröffnet.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In Tecklenburg wurde ein neues Otto-Modersohn-Museum eröffnet.

    Foto: Wilfried Gerharz

Schwärmerei im Tagebuch

Man kann auch sagen: Otto Modersohn hat sich in Tecklenburg „freigemalt“. „Lieblicher Sonnenschein, Blütenbäume, in dem alten, alten Städtchen, das Zusammenwohnen der Menschen eng, behaglich“, so schwärmte er im Tagebuch. 24 Gemälde und rund 50 Zeichnungen künden von der Faszination, die Modersohn in seiner Tecklenburger Zeit mit Stift und Pinsel auf Papier und Leinwand bannte. Auf den ersten Exponaten der zunächst für ein Jahr festgezurrten Dauerausstellung dominieren noch vergleichsweise realistische Landschaftsbilder. Blumenwiesen und Geäst im Licht des Frühlings, Fachwerkhäuser, schattiges Laubwerk, mittendrin auf dem Hügel die mächtige Kirche Tecklenburgs, umgeben von schmucken Ackerbürgerhäusern.

„Besondere Kostbarkeit“.

Für Prof. Dr. Erich Franz, den Vorsitzenden des Förderkreises des Otto-Modersohn-Museums, sind die Tecklenburg-Bilder aus den Frühjahren 1891/92 eine „besondere Kostbarkeit“. Sie zeigen auch die Entwicklung Modersohns von der eher realistischen hin zu einer expressiveren Malweise mit deutlichen Pinselspuren und Anklängen der Abstraktion. Vor allem die Farbstimmungen mit grünen Tönen, erdigem Braun und zartblauem Himmel bieten Atmosphäre. Im Winter 1892 vollendet Modersohn kühle Winterbilder, die in der Ausstellung schon jetzt die Sehnsucht auf die stille Jahreszeit wecken. Kleinteilige Häuser und entlaubte Bäume sowie ein paar Menschlein in der winterlichen Umgebung steigern die Helligkeit des Schnees.

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Das neue Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg ist innerhalb von nur gut eineinhalb Jahren im denkmalgeschützten Haus am pittoresken Markt 8 sprichwörtlich aus dem Nichts heraus entstanden. Foto: Ruth Jacobus

Schmuckes, helles Museum

Öffnungszeiten bis 31. März: Fr 14.30-18 Uhr, Sa und So 11 bis 18 Uhr; vom 1. April bis 30. September: Di bis So 11 bis 18 Uhr.

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Die rund 50 Zeichnungen und Detailstudien in einem Extra-Raum des schmucken und hellen neuen Museums, das innerhalb von nur gut eineinhalb Jahren im denkmalgeschützten Haus am pittoresken Markt 8 sprichwörtlich aus dem Nichts heraus das Licht der Welt erblickte, zeigen die Freude des Malers an Details von Architektur und Landschaft. Eine Treppe weiter oben taucht der Besucher in den biografischen Tecklenburg-Kontext Modersohns ein. Da ist er auf einem wandgroßen Foto mit Malerkollegen beim morgendlichen Kaffee an der Tecklenburger Burgmauer zu sehen. Dort steht auch ein Türmchen aus Tischen und Stühlen, das sich Modersohn im Haus seines Bruders Wilhelm und seiner offenbar etwas „kniepigen“ Schwägerin Elisabeth, die offenbar kein Geld für besseres Licht ausgeben wollte, baute. Der 23-jährige Jungkünstler kletterte hinauf, um direkt unter der Deckenfunzel besser lesen zu können.

Der Besucher und Kulturfreund sieht es staunend und steht fast an historischer Stelle. Denn das neue Museum befindet sich direkt neben dem Haus des Gastes, in dem sich damals sozusagen die „Originalszene“ abspielte.

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